Blühendes Mohnfeld im Waldviertler Kernland.

"Der Klimawandel betrifft uns alle - nutzen wir die Chancen, die er bietet und verringern wir die negativen Auswirkungen durch rechtzeitige Anpassung!"
Doris Maurer, MA, MA KLAR!-Managerin

KLAR! Das Kernland wird klimafit

Die Kleinregion Waldviertler Kernland besteht aus 14 Gemeinden und liegt im südlichen Waldviertel (NÖ). Seit über 16 Jahren setzen sie gemeinsam Projekte im Bereich Soziales, Natur & Umwelt, Gemeindekooperationen, Klimaschutz und Klimawandelanpassung um.

Im Waldviertler Kernland sind bereits erste klimatische Veränderungen wie Anstieg der Durchschnittstemperatur, Starkregen, der Rückgang der Frosttage und die Zunahme an Sonnenscheintagen spürbar. Damit verbunden ist auch das Auftreten neuer Tierarten (Schädlinge), Trockenstress bei den Wäldern und Pflanzen sowie eine Verlängerung der Vegetationsperioden.

Der Klimawandel wird als Chance, aber auch als Bedrohung für die Zukunft der Region gesehen. Die Gemeinden wollen gemeinsam an der Zukunft arbeiten und sich jetzt schon auf die Auswirkungen des Klimawandels vorbereiten. Die Gemeinden der Kleinregion möchten die mit dem Klimawandel verbundenen Chancen nutzen und die Herausforderungen gemeinsam mit der Bevölkerung bestmöglich meistern.

Beteiligte Gemeinden
Albrechtsberg, Bärnkopf, Bad Traunstein, Grafenschlag, Großgöttfritz, Gutenbrunn, Kirchschlag, Kottes-Purk, Martinsberg, Ottenschlag, Sallingberg, Schönbach, Waldhausen, Weinzierl am Walde

543 km²

14.076 Einwohnerinnen und Einwohner

Webseite der Modellregion

Ansprechperson
Doris Maurer, MA, MA

regionales Anpassungskonzept

Heutige Betroffenheit durch den Klimawandel

In der von Forst- und Landwirtschaft geprägten Region Waldviertler Kernland sind bereits folgende klimabedingte Veränderungen zu erkennen:

  • Trockenstress bei den Waldbeständen
  • Verbreitung neuer Schädlinge
  • erhöhte Schäden bei Spätfrost
  • Starkregen und kleinräumige Überflutungen
  • Brutzeitverlängerung bei Bienenvölkern

Konkrete Ziele der Region und erwartete Ergebnisse

Durch die Erstellung der Klimaanpassungsstrategie soll es zu einer besseren Nutzung von Chancen und zur Vermeidung bzw. Verminderung klimabedingter Schwierigkeiten kommen.  Die Hauptziele dabei liegen:

  • in der Sensibilisierung der Bevölkerung und der Entscheidungsgremien auf kommunaler Ebene für die Bedeutung des Klimawandels auf die unterschiedlichen Bereiche.  
  • in der Ausarbeitung eines auf die regionalen Anforderungen angepassten, nachhaltigen Waldbewirtschaftungskonzeptes besonders für Hofferne Waldbesitzer.
  • in der Erarbeitung von Maßnahmen zur Sicherung der regionalen Trinkwasserversorgung.
  • im Ausbau der „klassischen“ Sommerfrische bis hin zur Vermarktung der Region als Lebensraum mit optimaler Lebensqualität.
  • in der Ermittlung und Konzipierung von präventiven Maßnahmen zur Verhinderung von Schäden durch Starkregen.

Weitere Ziele und Maßnahmen werden im Zuge der Strategieerstellung gemeinsam mit der Bevölkerung bis Ende November erarbeitet.

Vision im Hinblick auf Klimawandelanpassung

Die Kleinregion Waldviertler Kernland möchte bis 2050 eine Region mit einer sehr hohen Lebensqualität bleiben, in der zukunftsorientiert und nachhaltig gedacht und gehandelt wird.

Dies zeigt sich dadurch, dass:

  • ein Großteil der WaldbesitzerInnen auf eine naturnahe und nachhaltige Waldbewirtschaftung umgestellt haben.
  • ein Großteil der landwirtschaftlichen Betriebe biologisch und nachhaltig arbeiten.
  • es verschiedenste Habitate für eine große Vielfalt an Tieren und Pflanzen in der Region gibt.

Maßnahmen in Umsetzung

  • In Kooperation mit der Agrarbezirksbehörde wird das Programm „Humusbilanzierung“ in der Region umgesetzt.
  • Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Imkerei ist noch weitgehend unbekannt und soll in der Maßnahme „Die Biene im Klimawandel“ thematisiert werden.
  • Hofferne Waldbesitzer sollen durch Waldpfleger bei der klimagerechten Bewirtschaftung des Waldes unterstütz werden.
  • Durch die Erstellung eines regionalen Trinkwasserplans soll eine langfristige und nachhaltige Trinkwasserversorgung für nachfolgende Generationen gesichert werden.  
  • Aus Leerstand sollen klimaschonende Ferienzuhause werden, die es vor allem Familien mit Kindern und älteren Menschen ermöglicht, in den heißen Sommermonaten im Waldviertel zu wohnen.
  • Aufgrund der Zunahme von Starkregenereignissen erfolgt in dieser Maßnahme die Grundlagenerhebung für die Schaffung von Retentionsflächen und Grundwasseranreicherungsgebieten.
  • Es werden gezielt Bodenschutzanlagen „Bichel, Kobel und Baumreihen“ erhalten und neu angelegt.
  • Im Rahmen der Maßnahme „Garten im Klimawandel“ entstehen Konzepte und Anleitungen für „klimaangepasstes“ und „klimasensibles“ Gärtnern.
  • Das Schulprojekt - "Ich und der Klimawandel"  soll nachhaltiges Denken und das Bewusstsein für die Auswirkungen klimatischer Veränderungen bei den Kindern manifestiert werden.
  • Die Bewusstseinsbildung manifestiert nachhaltiges Denken und das Bewusstsein für die Auswirkungen klimatischer Veränderungen in der Bevölkerung.
Kinder beim Spielen am sauberen und unberührten Bach
Unbeschwerte Wandergruppe im Waldviertler Kernland
KLAR-Managerin Doris Maurer