KLAR! Regionen

In der ersten Phase des KLAR!-Programms werden 23 österreichische Regionen mit Finanzmitteln für die Ausarbeitung der Anpassungskonzepte und mit Rat und Tat durch die Service-Plattform unterstützt. Lernen Sie die 23 Regionen durch einen Klick auf die jeweilige KLAR!-Region kennen!

Aussichtswarte vor der Pasterze und dem Großglockner.

"Beginnen wir heute, damit wir für morgen unsere Umwelt und Lebensgrundlagen erhalten."
Obmann Bgm. Kurt Felicetti

KLAR! Region Großglockner/Mölltal-Oberdrautal

Die Region Großglockner mit rd. 26.000 Einwohnern umfasst die im Möll- und im Oberen Drautal gelegenen 16 Gemeinden des politischen Bezirkes Spittal an der Drau im nordwestlichsten Teil des Bundeslandes Kärnten und nehmen diese gemeinsam eine Fläche von rd 1.360 km² ein.

Beide Täler sind die hochalpinsten Täler der Ostalpen und verfügen über den längsten und größten Gletscher, die Pasterze, und den höchsten Berg Österreichs, den Großglockner. Der überwiegende Teil des Gebietes ist durch Hochgebirge geprägt, dünn besiedelt, ländlich und touristisch geprägt.

Durch den klimawandelbedingten Anstieg der Durchschnittstemperaturen und dem damit verbundenen Rückgang des Pasterzengletschers von rd. 50% der Gletscherfläche seit 1848 und der generellen Veränderung der Wettersituation, ist die Region veranlasst, den negativen Folgen entgegenzuwirken und neue Maßnahmen zu setzen. Ein effektiver Sensibilisierungs- und Aufklärungsprozess in der Bevölkerung ist zu starten.

Maßnahmen zum Naturkatastrophenschutz (Hochwasserschutz, Hangstabilisierungen, Schutzwälder, Bannwälder, Forstmonokulturen, etc.), in der Land- und Forstwirtschaft und im Tourismus sind zu initiieren.

Beteiligte Gemeinden
Heiligenblut, Großkirchheim, Mörtschach, Winklern, Rangersdorf, Stall, Flattach, Obervellach, Mallnitz, Reißeck, Lurnfeld, Sachsenburg, Kleblach-Lind, Steinfeld, Greifenburg, Berg im Drautal, Dellach im Drautal, Irschen, Oberdrauburg

1.580 km²

29.000 Einwohnerinnen und Einwohner

Webseite der Modellregion

Ansprechperson
Gunther Marwieser

Heutige Betroffenheit durch den Klimawandel

Der Rückzug der Gletscher und Vergletscherungen als geographische und regionale Besonderheit würde einen Verlust der Identität und des Alleinstellungsmerkmales bedeuten. Für die Skigebiete der Region, wie u.a. Heiligenblut, Ankogel, der Emberger Alm oder dem Mölltaler Gletscher, ist die Frage einer ausreichenden Schneesicherheit von großer Bedeutung. Aufgrund der langen niederschlagsfreien Perioden, bedarf es auch in der Landwirtschaft einer gesteigerten Bewässerung. Die Gefahr von Waldbränden ist in hohem Maße gegenüber den letzten Jahren gegeben. Infolge von Fichtenmonokulturen, gibt es einen massiven Befall von Borkenkäfern auch in höheren Lagen. Häufiger auftretende Starkregen verursachen wiederum Überschwemmungen und Muren.

Vision im Hinblick auf Klimawandelanpassung

Viele Bildungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen sollen viele Anpassungsprozesse fördern, um neue touristische und gewerbliche Entwicklungen zu ermöglichen. Die Klimawandelanpassungsmaßnahmen in der Region sind für die nächsten Generationen sichtbar, indem z.B. die erneuerbare Energie von derzeit 30%, auf 50% und bis 2050 auf 80% erhöht wird.

Raumplanerische Anpassungen für die Siedlungs- und Gewerbegebietsentwicklung mit entsprechenden Schutzmaßnahmen müssen in der gesamten Region umgesetzt werden und tragen u.a. wesentlich zur der Entstehung als „Lebenswerte Region“ bei.

Konkrete Ziele der Region und erwartete Ergebnisse

Ziel ist, einen Bewusstseinsbildungsprozess in Gang zu setzen und zu erreichen, dass in der Bevölkerung das Thema Klimawandelanpassung wahrgenommen wird und Projekte unterstützt werden.

Weitere Zielsetzungen:

  • Sicherung des Wintertourismus, u.a. durch Umsetzung von alternativen touristischen Produkten und Angeboten
  • Forschungsrelevante Erhebungen und Berechnungen, wie zB. der HQ 30 und HQ 100 Linie, der Entwicklung der Niederschläge und der Temperatur im Sommer und im Winter unter Berücksichtigung der Schneesituation
  • Entgegenwirken des zunehmenden Borkenkäferbefalles durch Bestandesumwandlung von Fichtenmonokulturen zu Mischwaldkulturen
  • Verhinderung von Austrocknung der Agrargebiete durch gezielte Bewässerungsmaßnahmen, dadurch Steigerung und Sicherung des Ertrages
  • Verhinderung von Überschwemmungen und Muren durch Schutzwasserbauten und dadurch Entspannung der Situation in kritischen Überschwemmungsgebieten der Möll und Drau
Schneebedeckte Landschaft auf der Emberger Alm.
Eine Wandergruppe in einer hochalpinen Berglandschaft.
KLAR-Manager Gunther Marwieser.