KLAR! Regionen

In der ersten Phase des KLAR!-Programms werden 23 österreichische Regionen mit Finanzmitteln für die Ausarbeitung der Anpassungskonzepte und mit Rat und Tat durch die Service-Plattform unterstützt. Lernen Sie die 23 Regionen durch einen Klick auf die jeweilige KLAR!-Region kennen!

Alpine Herbstlandschaft im Bregenzerwald.

"Die Resilienz, sprich die Fähigkeit unserer Wälder mit Störungen wie dem Klimawandel fertig zu werden, ist hochspannend und kann weit über den Wald hinaus Anleitung geben, bis hinein in unsere Arbeits- und Lebenswelt."
Christian Natter, KLAR!-Ansprechperson

KLAR! Vorderwald-Egg

Die von Landwirtschaft, Wald, Tourismus und Handwerk geprägten Gemeinden des Vorderen Bregenzerwaldes sind in hohem Maße von der Natur abhängig und daher vom Klimawandel stark betroffen.

Kristallisationspunkt für die vielfältige Betroffenheit ist der Wald: Der Waldanteil liegt bei 43 %. Besonders wertvolle und in Österreich selten vorkommende Plenterwälder dominieren das Waldbild und sind mit Blick auf den Klimawandel als Chance für ganz Österreich anzusehen. Andererseits stellen große Waldflächen mit erheblichem Fichtenanteil in der Region ein erhebliches Risiko im Hinblick auf die prognostizierten klimatischen Veränderungen dar.

Durch aktives Arbeiten am klimafitten Wald der Zukunft sollen die Wirtschaftlichkeit, Schutzfunktionalität, Erholungsfunktion, Naturnähe und Nachhaltigkeit der Wälder erhöht und damit die Region als Ganzes gestärkt werden.

 

Beteiligte Gemeinden
Doren, Egg, Hittisau, Krumbach, Langenegg, Lingenau, Riefensberg, Sibratsgfäll, Sulzberg

22.000 ha gesamt, davon 9500 ha Wald (43 %) km²

13.000 Einwohnerinnen und Einwohner

Webseite der Modellregion

Ansprechperson
Christian Natter

Heutige Betroffenheit durch den Klimawandel

Über die Plenterwälder hinaus sind die Wälder der Region sehr wahrscheinlich zunehmend durch Nassschneeereignisse, Borkenkäfer, Spätfrostereignisse oder Trockenstress betroffen und damit das Schutzniveau vor Naturgefahren, die lokale Wirtschaft mit ihrer hohen Abhängigkeit vom Wald und der Wald als Erholungsraum für Einheimische und Touristen.

Fachwissen zum Wald der Zukunft ist in hohem Ausmaß vorhanden. Für die Übersetzung in die Lebensrealitäten der Kleinstwaldbesitzer u.a. Stakeholder bedarf es jedoch bewusstseinsbildender Maßnahmen und einer gemeinsamen Maßnahmenentwicklung.

Vision im Hinblick auf Klimawandelanpassung

Die Erfüllung von im öffentlichen Interesse liegenden Waldleistungen wie Schutzwirkung, Erholung, Biodiversität, Wohlfahrtswirkung, Trinkwasserversorgung, Sommerfrische und Freizeit mit stark steigender Nachfrage soll neben den ureigenen Interessen der Waldeigentümer, nämlich der Bewirtschaftung ihrer Wälder zu Erwerbszwecken auch zukünftigen Generationen uneingeschränkt möglich sein. Die Menschen der Region und darüber hinaus sollen sich der vielfältigen Wirkungen der Wälder und hier der Besonderheit der regionstypischen Plenterwälder mit ihren Vorteilen in Hinblick auf Wirtschaftlichkeit, Schutzfunktionalität, Naturnähe und Nachhaltigkeit bewusst sein.

Konkrete Ziele der Region und erwartete Ergebnisse

Die Sensibilisierung und Mobilisierung von Waldeigentümern zur verstärkten Anpassung ihrer Wälder an die Folgen des Klimawandels soll dazu führen, dass der Anteil an resilienten Waldflächen in absehbarer Zeit erhöht wird. Dazu zählen Waldpflege- und umbaumaßnahmen unter Stärkung der Eigenverantwortung der Waldeigentümer  und Ausnützung bestehender Strukturen und Förderinstrumente.

Anpassung erfordern hauptsächlich die Schutzwälder der Region und die sekundären Fichtenwälder tiefer Lagen mit ihrer Anfälligkeit für die Auswirkungen des Klimawandels. Dazu gehören besonders Waldverjüngungs- und Waldpflegemaßnahmen. Die Überführung in strukturierte, stabilere Waldbestände ist langfristiges Ziel, welches über bewusstseinsbildende Maßnahmen zu erreichen begonnen wird.

Gruppenfoto im Schnee mit Kindern und einem Pferd bei einer Exkursion zur Pferderückung.
Zwei Schülerinnen präsentieren ihre aus Holzschindeln gefertigten Kleider.
KLAR-Manager Christian Natter führt eine Gruppe durch den Bregenzerwald.