KLAR! Regionen

In der ersten Phase des KLAR!-Programms werden 23 österreichische Regionen mit Finanzmitteln für die Ausarbeitung der Anpassungskonzepte und mit Rat und Tat durch die Service-Plattform unterstützt. Lernen Sie die 23 Regionen durch einen Klick auf die jeweilige KLAR!-Region kennen!

Hügelige Sommerlandschaft im Joglland.

"Als besonders schützenswerte Naturschutzregion sind wir vom Klimawandel stark bedroht, weshalb wir Anpassungsmaßnahmen für die Aufrechterhaltung unseres Lebensstandards sowie der Biodiversität in der Region benötigen."
Marlene Riegler, KLAR!-Ansprechperson

Klimawandel im Natura 2000 – KLAR!-Joglland

Die Region ist vom Klimawandel stark betroffen und möchte die sich dadurch ergebenden Chancen für die Region nutzen. Die Region eignet sich aus folgenden Gründen als KLAR!-Modellregion:

  1. Bestehende, gut funktionierende Netzwerke von relevanten AkteurInnen, um die Ideen auf den Weg zu bringen
  2. Gute Anknüpfungsmöglichkeiten an bestehende Aktivitäten
  3. Zielgerichtete Bewusstseinsbildung durch Information
  4. Einbindung von betroffenen Personen über bottom-up-Ansatz
  5. Erfahrungen aus bereits durchgeführten Klimawandelanpassungsmaßnahmen
  6. Persönliches Engagement und Überzeugung
  7. Zielorientierte und effiziente Projektmanagementerfahrung im kommunalen / regionalen Umfeld
  8. Erfahrungen im Projektmonitoring

Die Kleinregion ist davon überzeugt, dass aufgrund der positiven Voraussetzungen im Projektgebiet und der großen Erfolge der Klima- und Energiemodelregion nun der richtige Zeitpunkt ist, um im Klimawandelbereich eine entsprechende Reputation aufzubauen.

Beteiligte Gemeinden
Waldbach-Mönichwald, Wenigzell, St. Jakob im Walde

120 km²

4.046 Einwohnerinnen und Einwohner

Webseite der Modellregion

Ansprechperson
Marlene Riegler

Heutige Betroffenheit durch den Klimawandel

Das Joglland ist heute schon betroffen durch die Auswirkungen des Klimawandels und wird es zukünftig noch verstärkt sein: Schneesicherheit für den Wintersport kann nicht mehr garantiert werden. Forstbestände und -strukturen sind durch Hitze und Trockenperioden sowie Extremereignisse gefährdet. Vor allem von Hitze gefährdete Personen (Kleinkinder und Senioren) werden gesundheitlich gefährdet. Im Altbaubereich werden Klimaanlagen nachgerüstet werden, im Neubaubereich werden sie standardmäßig miterrichtet werden. Die zunehmenden Niederschläge in den Sommermonaten verursachen hohe Beanspruchungen der baulichen (Hochwasserschutz)infrastruktur. Die Landwirtschaft wird von Starkregenereignissen und Erosion gefährdet. Das gebirgige Naturschutzgebiet Natura 2000 kann durch Trockenheit und Hitze seine Artenvielfalt und Biodiversität verlieren. Die verlässliche örtliche und auch Einzel-Trinkwasserversorgung ist gefährdet. Die Raumplanung muss überarbeitet werden, damit die nachhaltige Ortsentwicklung nicht gefährdet wird. Die Hilfsorganisationen (z. B. Feuerwehren) brauchen mehr Unterstützung, damit sie nicht überfordert werden. Die verlässliche, netzgebundene Energieversorgung wird durch Extremereignisse gefährdet, wodurch vermehrt Ausfälle die Folge sind. Die Gewährleistung in der Bauwirtschaft und deren Dienstleister kann vermehrt in Anspruch genommen werden, da aktuelle Standards und Normen nicht mehr zeitgemäß sind.

Vision im Hinblick auf Klimawandelanpassung

Unser Joglland 2050…

verbindet die regionale Bevölkerung zu einem nachhaltigkeitsorientierten Lebensstil, zu innovativem Wirtschaften und zu einer hohen Lebensqualität. Die BürgerInnen stehen im Mittelpunkt des Handelns. Die ländliche Region zieht nachhaltig wirtschaftende Unternehmen aus Tourismus, erneuerbare Energie- und Umwelttechnologie oder pflanzliche sowie tierische Wertstoffgewinnung (sogenannte Biobased Products) aus der Land- und Forstwirtschaft an. Traditionelle Betriebe in den Bereichen Handwerk, Handel, Logistik und Dienstleistung sind sozial hoch angesehen und stellen weiterhin eine elementare Lebensader der Region dar. Die Nutzung neuester Technologien und ein Fokus auf Innovationen und Forschung im Tourismus, Umwelt- und Verfahrenstechniksektor unterstützen die nachhaltige positive Regionsentwicklung. Der Klimawandel hat neue Impulse für Tourismus, Land-/Forstwirtschaft sowie die allgemeine Wirtschaft gesetzt. Das Joglland bietet seinen BürgerInnen eine gesunde, ökologisch intakte grüne Lebensumgebung und legt großen Wert auf die Pflege der pflanzlichen und tierischen Mitwelt. Das Joglland stellt sich als eine in sich ruhende, tolerante und doch hochmoderne Region der Oststeiermark dar und trägt zur Steigerung der Lebensqualität der regionalen Bevölkerung bei. 

Konkrete Ziele der Region und erwartete Ergebnisse

Damit die oben dargestellte Regionalentwicklung eintritt, soll ein zielgerichteter Fahrplan umgesetzt werden. Es sind daher Maßnahmen in allen genannten Visions-Bereichen geplant, um finanzielle und personelle Ressourcen zu mobilisieren und aktive Impulse zu setzen. Als Folge dieser regionalen Entwicklungsstrategie sollen

  • die Bevölkerungszahlen durch Schaffung neuer Arbeitsplätze in den Bereichen Tourismus, Energie, Bau, Land-/Forstwirtschaft, Produktion und Vermarktung der verfügbaren pflanzlichen und tierischen Wertstoffe erhalten bzw. gesteigert werden,
  • die einzigartige Natur- und Kulturlandschaft durch aktiven Schutz erhalten bleiben,
  • die Landwirtschaft durch die Vermarktung von regionalen Produkten gestärkt werden und
  • die Kooperation zwischen den wirtschaftlichen Sektoren und Gemeinden intensiviert werden.
Eine Kirche am Hochwechsel im Joglland.
Plätschernder Bach im saftig grünen Wald.
KLAR-Managerin Marlene Riegler