Inhalte des KLAR!-Programms

Durchs Reden kommen d‘Leut zam…

… dieses Sprichwort ist Programm in den KLAR!-Regionen. Die Regionen konzentrieren sich in ihren Anpassungsmaßnahmen darauf, die Bevölkerung und Personen aus den betroffenen Handlungsfeldern zusammenzubringen, zu informieren und für Anpassung an die Klimaveränderung zu sensibilisieren. Aus diesem Grund enthalten rund 90 Prozent der 218 Maßnahmen, die in den KLAR!-Regionen umgesetzt werden, zumindest teilweise bewusstseinsbildende Aspekte. Das Maßnahmenspektrum ist vielfältig und reicht von klassischen Infobroschüren bis hin zu Diskussionsveranstaltungen, Vortragsabenden und Exkursionen. Schmankerln bietet etwa ein Kochkurs, der klimafreundliche Ernährung thematisiert. Spielerisch lernen auch die Jüngsten über den Klimawandel und seine Folgen, beispielsweise bei einem Kasperltheater, Schulprojekten, Festen und einem Klimakongress, den Jugendliche einer Region für Volksschulkinder veranstalten.

Inhaltlich drehen sich die Anpassungsmaßnahmen am häufigsten um das Thema Wald und darum, wie man die Forstwirtschaft auf die Folgen der Klimaerwärmung vorbereiten kann. Das ist besonders relevant, da sich heutige Entscheidungen in der Forstwirtschaft weit in der Zukunft bemerkbar machen – ein heute gepflanzter Baum wird je nach Baumart in etwa 80 bis 100 Jahren für die Holzwirtschaft geschlagen.

Auch die Vorbereitung auf drohende Katastrophenereignisse ist ein wiederkehrendes Thema der Maßnahmen. Da werden Sandsäcke für den Hochwasserschutz angeschafft, Feuerwehrleute geehrt, ein Notfallkoffer für länger andauernde Stromausfälle zusammengestellt und vieles mehr.

Anzahl der KLAR!-Maßnahmen zu den verschiedenen Themenbereichen. Der Schwerpunkt liegt auf bewusstseinsbildenden Aktivitäten, gefolgt von Maßnahmen für eine klimafitte Forst- und Landwirtschaft sowie Initiativen für den Katastrophenschutz. N=218

Zentrale Themen: Hitze, Trockenheit und Starkniederschlag

Viele dieser Maßnahmen reagieren in erster Linie auf die zunehmende Hitze (94 von 218 Maßnahmen). Auch gegen Trockenheit, steigende Durchschnittstemperaturen und intensivere Starkniederschläge wollen sich die KLAR!-Regionen wappnen (jeweils knapp 65 Maßnahmen). Je etwa 35 Maßnahmen adressieren Schädlingsbefall und Hochwassergefahr. Behandelt werden außerdem Auswirkungen auf den Boden durch Erosion oder Vermurungen sowie die Niederschlagsverteilung und die Verfügbarkeit von Grundwasser. Relativ selten werden klimatische Phänomene behandelt, die in Zusammenhang mit Lawinen, Nassschnee, Schneesicherheit, Hagel, aber auch Feinstaubbelastung oder Niederwasser stehen. Das Programm konzentriert sich eben ganz KLAR an den „Hot Topics“ der Zukunft.

Auswirkungen des Klimawandels, die mit den KLAR!-Maßnahmen adressiert werden. Im Fokus stehen Maßnahmen gegen die zunehmende Hitze. Auch auf starke Trockenheit, den Anstieg der Durchschnittstemperatur sowie intensivere Starkniederschläge reagieren die Maßnahmen.

Themenübergreifende Maßnahmen? Na KLAR!

Anpassung ist für alle Lebensbereiche relevant. Das haben auch die KLAR!-Regionen erkannt. Knapp ein Viertel der Maßnahmen wird als Querschnittsprojekt umgesetzt und richtet sich an mehrere Sektoren gleichzeitig – insbesondere in den Bereichen Wasserwirtschaft, Landwirtschaft, Naturgefahren, Bauen und Wohnen sowie Gesundheit. Rund 15 Prozent (34 Maßnahmen) der Maßnahmen sind rein bewusstseinsbildende Aktivitäten, wie beispielsweise Ausstellungen oder Themenwege über den Klimawandel, die alle Sektoren gleichermaßen betreffen.

Neben den Querschnittsprojekten adressieren die Maßnahmen hauptsächlich die Handlungsfelder Forstwirtschaft, Landwirtschaft sowie Bauen und Wohnen. Auch Gesundheit und der Schutz vor Naturgefahren liegen häufig im Fokus der Maßnahmen. Dass jeder einzelne Waldbesitzer, jede Landwirtin und jeder gepflanzte Baum einen Unterschied machen kann, soll den Gemeinden und betroffenen Personen in den vielfältigen Veranstaltungen und Informationskampagnen vermittelt werden.

Anzahl der KLAR!-Maßnahmen je Sektor. Am häufigsten werden Querschnittsmaßnahmen umgesetzt, die mehrere Sektoren gleichzeitig adressieren. Zentrale Themen sind Anpassungen in der Land- und Forstwirtschaft, im Gebäudesektor sowie für die Gesundheit.

Bäume pflanzen und vor Hochwasser schützen: Maßnahmentypen der KLAR!-Regionen

Die breite Palette der Anpassungsmaßnahmen lässt sich grob in drei Kategorien einteilen:

Bei nahezu allen Sektoren stehen die soften Maßnahmen im Mittelpunkt, insbesondere bei den themenübergreifenden Maßnahmen (siehe Grafik). Diese machen knapp 40 Prozent aller 218 Maßnahmen aus und wirken auf verschiedene Sektoren. Das bedeutet, dass besonders viele Zielgruppen von diesen themenübergreifenden Maßnahmen profitieren.

Graue Maßnahmen werden überwiegend in den Sektoren Bauen und Wohnen, Wasserwirtschaft sowie Schutz vor Naturgefahren umgesetzt. Gebaut werden beispielsweise Regenwasserzisternen und Solar-Wärmepumpen oder ein Sandsacklager für den Hochwasserschutz. Der Schwerpunkt der grünen Maßnahmen liegt bei den Sektoren Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Naturschutz und Tourismus. Die KLAR!-Regionen planen z. B. Lüftungssysteme für Ställe als Hitzeschutz und pflanzen Waldversuchsflächen oder neue Weinsorten an. Insgesamt sind knapp 75 Prozent der Maßnahmen ausschließlich softe Maßnahmen und etwa 21 Prozent der Maßnahmen setzen grüne bzw. graue Initiative um, begleitet von bewusstseinsbildenden Aktivitäten. Knapp 4 Prozent bestehen aus rein grünen bzw. grauen Maßnahmen.

Anzahl der Maßnahmen nach Maßnahmentyp je Sektor. Nahezu alle Sektoren setzen schwerpunktmäßig softe Maßnahmen um. Grüne, graue bzw. eine Mischung aus soften und grün/grauen Maßnahmen machen knapp 25 Prozent aller Maßnahmen aus.