5 Fakten zum Klimawandel

Fünf Fakten zeigen beispielhaft, dass das KLAR!-Programm für die Sicherung der hohen Lebensqualität in Österreichs Regionen relevant ist.

1. Der Klimawandel ist im Gange

Sowohl weltweit als auch in Österreich macht sich der Klimawandel bereits jetzt bemerkbar. Vergleicht man die heutigen durchschnittlichen Temperaturen in Österreich mit den Messreihen aus dem 20. Jahrhundert, zeigt sich ab 1980 eine verstärkte Erwärmung. Allein in den letzten 25 Jahren ist die Durchschnittstemperatur um 1 °C angestiegen. Von den in Österreich insgesamt 10 wärmsten Jahren seit 1961 traten 9 seit 2000 auf. Damit geht einher, dass es österreichweit mehr Hitze- und Sommertage gibt und die Vegetationsperiode – die Zeit im Jahr, in der Pflanzen aktiv wachsen – um fast zwei Wochen länger dauert und sich allgemein weiter in den Frühling hinein verschiebt.

Beim Niederschlag sind es die regionalen Unterschiede in Österreich, die schon heute das Bild prägen. So wurden in den letzten 150 Jahren zwischen 10-15 % mehr Niederschläge in Westösterreich registriert, wohingegen der Südosten Österreichs in ähnlicher Größenordnung weniger Niederschlag erhalten hat. Ähnliches gilt für das Auftreten von Niederschlagstagen: Messungen zeigen, dass es bei gleichbleibender Niederschlagssumme eine Tendenz in Richtung weniger Tage mit geringen Niederschlagsmengen, dafür aber mehr Tagen mit starken Niederschlägen gibt.

2. Klimawandelfolgen wirken sich auf Österreichs Regionen aus

Die Folgen des Klimawandels zeigen sich von Region zu Region unterschiedlich. Dies hängt einerseits von den landschaftlichen Gegebenheiten und der davon abhängigen Ausprägung des Klimas ab, sodass z.B. die Alpen anders betroffen sind als der pannonische Raum Österreichs. Andererseits hat jede Region andere naturräumliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Gegebenheiten, die vom Klima auf unterschiedliche Weise beeinflusst werden. Beispielsweise zeigt sich die Zunahme der Hitzetage am stärksten im Flachland. Gerade hier befinden sich jene Regionen, die stark durch die Landwirtschaft geprägt sind. Das kann Anpassungen in der Sortenwahl notwendig machen. Nicht zuletzt wirkt sich der Klimawandel auch direkt auf den Menschen aus – sei es durch körperliche Belastungen aufgrund von erhöhter Hitzebelastung oder materiellen Schäden infolge häufigerer, zum Teil sehr lokal auftretender Starkniederschläge.

3. Der Mensch ist für den Klimawandel verantwortlich

Die Wissenschaft ist sich einig: Auch wenn das Klima über die gesamte Erdgeschichte hindurch natürlichen Schwankungen ausgesetzt war, so ist die derzeit beobachtbare Veränderung des globalen Klimas jedoch außergewöhnlich und nicht mit natürlichen Mechanismen erklärbar. Seit Beginn der Industrialisierung hat die Konzentration der Treibhausgase in der Erdatmosphäre durch die Lebens- und Wirtschaftsweise der Menschen in vergleichsweise sehr kurzer Zeit sehr stark zugenommen. Aufgrund des ungebremsten Ausstoßes von Treibhausgasen (v.a. Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (N2O) und fluorierte Kohlenwasserstoffverbindungen (F-Gase)) durch Industrie, Landwirtschaft und Verkehr, aber auch durch Rodung von Wäldern zur Landgewinnung ist die CO2-Konzentration heute um 42 % höher als vor der Industrialisierung. Durch die Treibhausgase wird mehr Wärmestrahlung in der Atmosphäre zurückgehalten und damit einhergehend erhöht sich die Erdoberflächentemperatur.

4. Durch sehr ambitionierten Klimaschutz ist das globale 2-Grad-Ziel erreichbar

Allen Aussagen über das Klima der Zukunft liegen verschiedene gesellschaftliche, wirtschaftliche und technologische Entwicklungsszenarien zugrunde. Jene Szenarien, in denen der Mensch seine bisherigen Aktivitäten wie z. B. enorme Rohstoffnutzung und hohen Energieverbrauch unverändert weiterführen, zeigen eine etwa doppelt so starke Erhöhung der Temperatur (ca. 4,0 °C in Österreich bis 2100 verglichen mit der Periode 1971-2000) wie die Szenarien, in denen der Mensch seine Treibhausgasemissionen stark reduziert. Daher ist unser Einsatz gefragt! Um das in Paris von 195 Staaten festgelegte Ziel zu erreichen, die globale Erwärmung auf +2 °C bzw. möglichst unter +1,5 °C zu begrenzen, müssen wir unseren Treibhausgasausstoß drastisch minimieren. Dazu tragen vor allem der Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energien (Kohle, Erdöl, Erdgas), die effiziente Nutzung erneuerbarer Energien, der schonende Umgang mit unseren Rohstoffen, der Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder sowie klimabewusstes Konsumverhalten bei. Dies erfordert jedoch eine drastische Änderung unserer Gewohnheiten, weg von einer nicht-nachhaltigen Konsum- und Wegwerfgesellschaft, hin zu einer nachhaltigen, erneuerbaren und klimafreundlichen Wirtschaft und Gesellschaft.

Jede und jeder Einzelne ist gefordert und auch verantwortlich, das eigene Leben klimafreundlich zu gestalten und geeignete Maßnahmen zu setzen, wie z. B. häufiger Rad fahren, öffentliche Verkehrsmittel nutzen, Energie sparen im Haushalt und am Arbeistplatz, vermehrt auf biologische, saisonale und regionale Lebensmittel zurückgreifen, auf zertifizierten Ökostrom umsteigen, usw. Dadurch tragen wir zum Klimaschutz bei und tun gleichzeitig uns selbst etwas Gutes! Grundsätzlich gilt: Je weniger Treibhausgase wir in die Atmosphäre freisetzen, desto eher können wir gemeinsam das globale Klimaziel erreichen und so für die zukünftigen Generationen eine lebenswerte Welt erhalten.

5. Klimawandelanpassung ist schon heute notwendig

Der Klimawandel findet schon heute statt und die Folgen sind sichtbar. Darum müssen wir uns bereits jetzt mit der Anpassung an die Klimaänderung auseinandersetzen. Ziel der Anpassung ist es, sich einerseits mit bereits spürbaren Auswirkungen der Klimaveränderungen zu arrangieren und andererseits zukünftige Schäden soweit als möglich abzumildern. Eine frühzeitige Anpassung ist wichtig, da im Nachhinein gesetzte Maßnahmen oft teurer und weniger wirkungsvoll sind. Klimawandelanpassung ist in einer Vielzahl von Handlungsfeldern notwendig, da das Klima sowohl die Umwelt als auch viele unserer Lebens- und Aktivitätsbereiche beeinflusst. Durch vorausschauende und sektorenübergreifende Maßnahmen können wir lernen, mit den Folgen des Klimawandels umzugehen und unsere hohe Lebensqualität zu halten. Durch vorausschauende Strategien können zudem Chancen durch den Klimawandel identifiziert und genutzt werden.