Risiko- und Krisenkommunikationsschulung für regionale AkteurInnen

Schutz vor Naturgefahren, Raumordnungalpiner Raum

In den letzten Jahren traten gehäuft extreme Wetterereignisse auf, die zum Teil beträchtliche Schäden verursachten. Durch den Klimawandel wird sich dieser Trend fortsetzen und Gemeinden, Feuerwehren und die Bevölkerung verstärkt fordern. Bei der Bewältigung von Not- und Katastrophenfällen sind viele unterschiedliche Institutionen im Einsatz. Betroffene Gemeinden sind Katastrophenbehörde erster Instanz. Selbst bei besten Vorkehrungen, wie Rückhaltebecken, Dämmen und Lawinenverbauung bleibt ein gewisses Restrisiko bestehen. Aber wie kommuniziert man dieses richtig an die Bevölkerung? Auch im Falle einer Katastrophe gilt es, Bürgerinnen und Bürger effektiv mit den wesentlichen Informationen zu versorgen. Die KLAR! Zukunftsregion Ennstal organisierte und finanzierte eine Kommunikationsschulung für regionale AkteurInnen.   

Highlights

Die Maßnahme fördert die Kommunikation zw. AkteurInnen & BürgerInnen, verstärkt das Verständnis für Handlungen im Katastrophenfall, soll die Eigenvorsorge der BürgerInnen unterstützen und dazu beitragen, Anpassung langfristig in der Gemeinde zu verankern. Die Schulung ist wichtiger Ausgangspunkt, um das schwierige Thema Restrisiko zu vermitteln aber auch die Kommunikation im Katastrophenfall zu optimieren und damit die Widerstandskraft / Resilienz in der Gemeinde / Region zu dauerhaft zu erhöhen. Gesammeltes Wissen & Erfahrungen sind dabei auch für andere Regionen/ Gemeinden nützlich, indem definierte Kommunikationsstrategien angewendet und verbreitet werden.

Empfehlungen für andere Regionen

Katastrophenmeldungen wie Überflutungen, Murenabgänge, Felsstürze, Stürme & Bedrohungen durch Lawinen sind fast an der Tagesordnung, wie z.B.  zuletzt die verheerenden Starkniederschläge und Muren in Kärnten im Herbst 2018 oder die angespannte Lawinensituation in den ersten beiden Jännerwochen 2019 mit 1900 – teils 2 Wochen - eingeschlossenen BürgerInnen in der Obersteiermark gezeigt haben. Durch die Auswirkungen des Klimawandels ist das vermehrte Auftreten solcher Ereignisse sehr wahrscheinlich und es kann somit jede Gemeinde / Region in Österreich betroffen sein. Die durchgeführte Maßnahme kann einerseits proaktiv eine effiziente Kommunikation zwischen den Einsatzkräften bereits im Vorfeld etablieren als auch dazu beitragen, die Bewältigung solcher Extremereignisse im Einsatzfall zu erleichtern. Durch die gezielte Schulung der AkteurInnen über Restrisiken in der Region und deren richtigen Kommunikation an die Bevölkerung, kann das Bewusstsein der Bevölkerung zu notwendigen präventiven Maßnahmen erhöht werden. In weiterer Folge  kann somit der Selbstschutzes nachhaltig erhöht und Schäden in Zukunft verringert werden.

Auf Grund des Klimawandels ist es sehr wahrscheinlich, dass lokale Starkniederschläge in unserer Region in Zukunft häufiger auftreten werden. Darum haben wir in der KLAR! Zukunftsregion Ennstal die Arbeitsgruppe Not- & Katastrophenfall gegründet, um die relevanten Akteure der KLAR! Gemeinden auch in „ruhigen Zeiten“ mit einer Diskussions- und Weiterbildungsplattform zu unterstützen.“ Eine erste Sitzung fand bereits im September 2018 in der Gemeinde Michaelerberg-Pruggern

Mag.(FH) Dr. Natalie Prüggler, KLAR! Ansprechperson