"Die Folgen des Klimawandels machen nicht an Gemeindegrenzen halt. Wir müssen zusammenarbeiten und uns als Region bestmöglich auf die Auswirkungen hier bei uns vorbereiten"
Philipp Novakovits (KLAR!-Ansprechperson)

KLAR! ökoEnergieland

Die KLAR! ökoEnergieland umfasst 19 Gemeinden aus dem Südburgenland, die bereits seit 10 Jahren als Klima- und Energiemodellregion im Klimaschutz (erneuerbare Energie, Energieeffizienz) aktiv sind. Wir wissen aber, dass der Klimawandel schon da ist und noch gravierender wird. Auch wenn wir sofort jeden Motor abstellen, jedes Kraftwerk schließen, wird es weiterhin wärmer werden. Unsere Natur ist ein träges System und reagiert auf Veränderungen sehr verzögert, deshalb müssen wir uns schon jetzt mit den Folgen des Klimawandels auseinandersetzen und uns auf die zu erwartenden Auswirkungen in der Region vorbereiten. Eine ganzheitliche Annäherung an dieses Thema kann nur gemeindeübergreifend funktionieren, wir müssen in der Region vorhandene Strukturen und Akteure bestmöglich vernetzen und so Synergien schaffen, um gemeinsam nachhaltige Anpassungsmaßnahmen umzusetzen.

Beteiligte Gemeinden
Badersdorf, Bildein, Deutsch Schützen-Eisenberg, Eberau, Gerersdorf-Sulz, Großmürbisch, Güssing, Güttenbach, Heiligenbrunn, Heiligenkreuz im Lafnitztal, Inzenhof, Kleinmürbisch, Kohfidisch, Moschendorf, Neuberg im Burgenland, Neustift bei Güssing, St. Michael im Burgenland, Strem, Tobaj

420 km²

17781 Einwohnerinnen und Einwohner

Webseite der Modellregion

Ansprechperson
Philipp Novakovits

Heutige Betroffenheit durch den Klimawandel

Die Gemeinden der KLAR! ökoEnergieland gehören in Österreich jetzt schon zu den Spitzenreitern hinsichtlich Sonnenstunden und Hitzetagen. Steigende Temperaturen, Hitze und Tropennächte werden in den letzten Jahren immer häufiger registriert, was eine Belastung für die Bevölkerung in der Region darstellt. Die Land- und Forstwirtschaft ist zusätzlich mit Dürreperioden konfrontiert, was sich in den Wäldern durch verstärkten Schadholzanfall (v.a. bei standortfremden Fichtenwäldern) – ausgelöst durch Borkenkäferbefall und Windbruch - widerspiegelt. Die Landwirtschaft ist zusätzlich gefordert durch Extremwetterereignisse und kleinräumige Starkniederschläge, welche für Abschwemmungen sorgen.

Konkrete Ziele der Region und erwartete Ergebnisse

Klimawandel und Anpassung müssen durch vielfältige Bewusstseinsbildungsmaßnahmen in der breiten Bevölkerung und bei unterschiedlichen Entscheidungsträgern in der Region ankommen und diese Aspekte müssen Eingang in tägliche Entscheidungsprozesse auf privater, betrieblicher und kommunaler Ebene finden.

  • Die Landwirtschaft muss Chancen in den sich verändernden Rahmenbedingungen (längere Vegetationsperiode, steigende Temperaturen) suchen und frühzeitig die Bewirtschaftung anpassen.
  • In der Forstwirtschaft darf nur noch mit standortgerechten klimafitten Sorten aufgeforstet werden. Kleinwaldbesitzer müssen dazu motiviert werden, Fichtenbestände nach und nach aus der Nutzung zu nehmen.
  • Gemeinden müssen Projekte und Maßnahmen, die Raumplanung, Katastrophenschutz oder Ökosysteme im Gemeindegebiet betreffen, auf „Klimafitness“ prüfen.
  • Einwohner der Region sollen mit Dämm- und Beschattungsmaßnahmen der Überhitzung in Wohnräumen vorbeugen.

Wasserverbände der Region sind auf saisonalen Wassermangel vorbereitet und für Katastrophenszenarien (z.B. Blackout) gerüstet.

Vision im Hinblick auf Klimawandelanpassung

Neben laufenden Klimaschutzaktivitäten soll das ökoEnergieland auch Vorreiter bei sinnvoller Anpassung werden. In Zukunft sollen der Klimawandel und die Anpassung daran in den Entscheidungen der Gemeinden, Betriebe, Organisationen und Einwohner im ökoEnergieland immer mitgedacht werden. Einzelmaßnahmen bringen keinen nachhaltigen Wert, daher muss die Anpassung integrativ in die unterschiedlichsten Bereiche hineinwachsen.

Maßnahmen in Umsetzung

Anpassungsmaßnahmen:

  • Klimafitte Landwirtschaft
  • Klimafitte Forstwirtschaft
  • Klimafittes Bauen & Wohnen
  • Nachhaltige Trinkwasserversorgung
  • Klima & Gesundheit
  • Bewusstseinsbildung in Schulen
  • Beschattung und Grünflächenbewirtschaftung
  • Raumplanung
  • Katastrophenschutz (Starkregenereignisse, Hochwasser, Stromnetze und Versorgungssicherheit)

Bewusstseinsbildungsmaßnahmen:

  • Fotowettbewerb zum Thema „Klimawandel“
  • Infoveranstaltungen zu den Themen Klimawandel und Anpassung
  • Informationsmaterialien zu den möglichen Auswirkungen in der Region

Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation (Homepage, Social Media, Presse, Gemeindeblätter, usw.)