"Der Klimawandel ist da. Wir wollen uns den Herausforderungen proaktiv stellen und beispielgebend vorangehen."
Franz Aigner, Obmann Verein Tourismus & Regionalentwicklung Region Wagram

KLAR! Wagram

Die neun Gemeinden der Region Wagram im Zentralraum NÖ arbeiten seit nunmehr 20 Jahren im Verein Tourismus & Regionalentwicklung Region Wagram in den Bereichen Klima- und Energie, Regionalentwicklung und Tourismus zusammen. Seit 2010 ist die Region auch eine aktive Klima- und Energiemodellregion, sechs Gemeinden sind Klimabündnisgemeinden. Die Auswirkungen des Klimawandels sind in den letzten Jahren sehr deutlich spürbar. Trockenheit, lange Hitzeperioden und frühe Vegetationszeit wirken sich insbesondere auf die Landwirtschaft und den Weinbau aus. Die Pflege der zahlreichen öffentlichen Grünräume wird zu einer immer größeren Herausforderung. Kleinräumige Starkniederschläge und zunehmender Wind bewirken eine Abtragung der Humusschicht. Die Region Wagram sieht das KLAR!–Programm als Möglichkeit, proaktiv richtige und nachhaltige Maßnahmen im Umgang mit dem Klimawandel zu setzen. Andererseits bietet es aber auch die Chance, Kompetenzen aufzubauen, etwa in den Bereichen Landwirtschaft und Gartenbau.

Beteiligte Gemeinden
Absdorf, Fels am Wagram, Grafenwörth, Großriedenthal, Großweikersdorf, Kirchberg am Wagram, Königsbrunn am Wagram, Stetteldorf am Wagram, Tulln an der Donau

34.08 km²

33312 Einwohnerinnen und Einwohner

Webseite der Modellregion

Ansprechperson
DI Stefan Czamutzian MA

Heutige Betroffenheit durch den Klimawandel

Bereits jetzt zeigen sich etliche, durch den Klimawandel bedingte Veränderungen. Die oft langanhaltende Trockenheit und wochenlange Hitzeperioden ohne Niederschlag haben Folgen für die Landwirtschaft und die öffentlichen Grünräume. Der Wasserverbrauch für Gartenbewässerung steigt. Bodenerosionen durch Wind und kleinflächige Starkregenereignisse bewirken eine Abtragung von Humus. Ein verfrühtes Einsetzen der Vegetationsperiode und damit einhergehend höhere Spätfrostgefahren stellen insbesondere im Weinbau eine zusätzliche Herausforderung dar.

Konkrete Ziele der Region und erwartete Ergebnisse

Entsprechend der klimatischen Gegebenheiten und Veränderungen wurden folgende Ziele bezüglich der Klimawandelanpassung in der Region definiert:

  • Verminderung der Bodenerosion durch Wind und kleinflächigen Starkregen
  • Anpassung der Sorten / Feldfrüchte (Klimafitness!) im Wein- und Ackerbau
  • Erhalt, Anpassung und Ausbau der öffentlichen Grünräume
  • Bewusster Umgang mit Trinkwasser in der Bevölkerung
  • Hitze erfordert klimafittes Bauen (Beschattung, Grünräume etc.)
  • Es soll eine Balance gefunden werden, das Bevölkerungswachstum in einem für die Gemeinden gut verkraftbaren Ausmaß zu halten.

Durch das KLAR-Programm kann die Vernetzung der zahlreichen Akteure etabliert werden und deren Arbeitsergebnisse und Know-How verbessert und multipliziert werden. Dies birgt ein großes Potenzial für Innovationen sowie für effektive Umsetzungen von Maßnahmen im Bereich der konkreten Klimawandelanpassung. Von diesem Kompetenzaufbau in der Modellregion Wagram können auch andere Regionen und Akteure profitieren.

 

Vision im Hinblick auf Klimawandelanpassung

Der Trend zur nachhaltigen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen und Weingärten hält an, die Erosion ist deutlich reduziert. Der bewusste Umgang mit Wasser führt dazu, dass auch im Jahr 2050 ist die Wasserversorgung sichergestellt ist, klimafitte Pflanzen in Kombination mit baulichen Maßnahmen lassen öffentliche Grünräume auch längere Zeiten ohne Regen überstehen. Die Lebensqualität hat sich bis 2050 in der Region weiter verbessert und durch die Vernetzung von Wissenschaft, Bildungseinrichtungen und innovativen Betrieben hat sich die Region zu einem Kompetenzzentrum für klimawandelangepasste(n) Landwirtschaft und Gartenbau entwickelt.

Maßnahmen in Umsetzung

  • Neue bzw. angepasste Anbaumethoden und eine Renaissance der Windschutzgürtel sollen die Probleme der Bodenerosion signifikant reduziert.
  • Trinkwasser soll nur noch für den Haushaltsgebrauch verwendet werden, während Brauchwasser in zahlreichen Haushalten und auch Gewerbebetrieben in Zisternen gesammelt wird und aus lokalen Brauchwasser-Brunnen stammt.
  • Klimafitte Pflanzen in Kombination mit baulichen und biologischen Maßnahmen für die Speicherung von Wasser im Boden sollen Grünräume auch längere Zeiten ohne Regen überstehen lassen. Das Kleinklima in den dichter verbauten Arealen soll damit auch im Sommer erträglich bleiben.
  • Wissenschaft, Bildungseinrichtungen und innovative Betriebe sollen besser vernetzt werden und in enger Zusammenarbeit mit den Akteuren des Vereins Region Wagram laufend Projekte zur klimawandelangepassten Weiterentwicklung von Saatgut, Pflanzen sowie Anbau- und Pflanzmethoden durchführen.