"Der fortschreitende Klimawandel macht auch vor den Toren Wiens nicht halt. Die Region der 5 östlichen Gemeinden des Tullnerfelds wollen daher eng kooperieren, um unsere äußerst lebenswerte Umgebung gemeinsam erhalten und gestalten zu können."
DI Rupert Wychera, Regionsmanager der Klima- und Energiemodellregion Tullnerfeld OST

KLAR! Tullnerfeld OST

Die Region zwischen der Donau, den Ausläufern des Wienerwaldes und der Bezirkshauptstadt Tulln ist in den vergangenen Jahren vermehrt von den Folgen des Klimawandels betroffen. In mehreren Bereichen wie z.B. bei Sturm-, Wasser- oder Dürreschäden kam es zu einer erhöhten Sensibilisierung hinsichtlich der Auswirkungen des Klimawandels. Da in der Region ähnliche Probleme in allen 5 Gemeinden zu erkennen sind, besteht nun das große Interesse durch eine gegenseitige Vernetzung dieses Thema gemeinsam anzugehen. Die 5 Gemeinden des östlichen Tullnerfeldes schlossen sich bereits im Rahmen der Klima- und Energiemodellregion im Jahr 2015 zur Bearbeitung diverser Themenbereiche von Klimaschutz-Maßnahmen zusammen. Seither erfolgt eine erfolgreiche gemeinsame Umsetzung von diversen Projekten. Die positiven Erfahrungen der Region mit der Klima- und Energiemodellregion motivierten die Gemeinden, auch die wichtigen Themen einer Klimawandelanpassungsregion gemeinsam anzugehen.

Beteiligte Gemeinden
Königstetten, Muckendorf-Wipfing, St. Andrä-Wördern, Tulbing, Zeiselmauer-Wolfpassing

89 km²

17072 Einwohnerinnen und Einwohner

Webseite der Modellregion

Ansprechperson
DI Rupert Wychera

Heutige Betroffenheit durch den Klimawandel

Die Gefahren des Klimawandels sind in den Teilräumen der Region unterschiedlich ausgeprägt. • Der südöstlich gelegene Wienerwald, ein Naherholungs- und Freizeitgebiet und wichtiges Natur- und Frischluftreservoir, ist insbesondere durch den Anstieg der Hitzetage sowie einen veränderten Baumbestand betroffen • Im Norden wird die Region durch die Donau begrenzt, die von Auwäldern umgeben ist. Dieser sensible Naturraum ist sowohl von Starkregen- und Hochwasserereignissen, sowie von Trockenperioden stark betroffen • Hitze und Trockenheit und eine Veränderung der Vegetationszeit beeinflussen die weiten, landwirtschaftlich geprägten Flächen im Westen der Region • Ein deutlicher Anstieg der Hitzetage belastet die BewohnerInnen der Region, insbesondere der wachsende Anteil sensibler Bevölkerungsgruppen könnte unter Kreislaufproblemen und möglichen Allergischen Reaktionen leiden • Die Region ist beliebt für Tagesausflüge und Wochenendaufenthalte, sodass bereits erwähnte Gefahren auch zahlreiche Gäste der Region betreffen. Die Betroffenheit durch den Klimawandel zeichnet sich also auf vielen verschiedenen Ebenen ab und hat weitreichende Auswirkungen.

Konkrete Ziele der Region und erwartete Ergebnisse

Die oberste Zielsetzung der Gemeinden ist es, die hohe Lebensqualität der Region für ihre BewohnerInnen und BesucherInnen zu erhalten und auszubauen. Dabei sollen die Bedrohungen durch den Klimawandel eingeschränkt werden und die sich ergebenden Chancen bestmöglich für die Region genutzt werden. Das betrifft beinahe alle Gebiete im Wirkungsbereich der Gemeinden und reicht darüber hinaus. Die Bevölkerung wird durch bewusstseinsbildende Maßnahmen an die Thematik herangeführt, um gemeinsam Strategien zum Umgang mit dem Klimawandel zu entwickeln. Das reicht vom richtigen Verhalten an Hitzetagen, über eine nachhaltige Trinkwassersicherung bis zur standortgerechten Gestaltung klimafitter Gärten. Die Region will ein kompetenter Ansprechpartner für alle AkteurInnen der Region, von LandwirtInnen bis BauträgerInnen, sein, mit dessen Hilfe gemeinsame Projekte initiiert und umgesetzt werden können.

Vision im Hinblick auf Klimawandelanpassung

Das Ziel der Region wird in den kommenden 30 Jahren die Beibehaltung ihres hohen Lebensstandards sein, um weiterhin ein sehr attraktiver Wohnstandort im näheren Umfeld der Bundeshauptstadt Wien bleiben zu können. Das gelingt durch den Erhalt der Frei- und Grünräume der Region, durch klare Siedlungsgrenzen, wodurch auch der Schutz des Bodens als wichtige Ressource angestrebt wird. Das verringert die drohende Hochwassergefahr durch die Donau und kleinere Wildbäche und die Auswirkungen von Starkregenereignissen werden abgeschwächt. Dies führt zu einer attraktiven Landschaft und qualitativen Freiräumen, die die Lebensqualität in der Region erhalten.

Maßnahmen in Umsetzung

Die Maßnahmen der Region reichen von bewusstseinsbildenden zu Anpassungsmaßnahmen aus den verschiedenen Bereichen.

  • Fachvorträge mit diversen ExpertInnen (Natur im Garten, eNu, …) um eine inhaltliche Basis zu schaffen
  • Exkursionen zu besonderen Biotopen und Neophytenstandorten zur Bewusstseinsbildung
  • Bauberatungen zu klimafitten Gebäuden (Hitze, Starkregen, …)
  • Bewusstseinsbildung zur Gesundheitsvorsorge mit lokalen Akteuren (ÄrztInnen, Sozialeinrichtungen, ….)
  • Erstellung eines gemeindeübergreifenden Grünraumkonzepts zu innerörtlichen grünen Infrastrukturen, Mehrnutzungshecken, …
  • Leitfaden zur Entsiegelung von Flächen
  • Kooperation mit ProduzentInnen zur Sicherung regionaler Wasser- und Lebensmittelversorgung
  • Förderung von Regenwassermanagement im Siedlungsraum
  • Nutzung der Vorbildfunktion der Gemeinden zum nachhaltigen Bodenaufbau Bei allen Maßnahmen wird besonderer Wert auf die gute Anpassung und den Mehrfachnutzen von Maßnahmen gelegt.