"Leider werden die Folgen des Klimawandels für unsere Regionen immer noch unterschätzt. Wir müssen die Krise bewusst machen, genau analysieren und lösungsorientiert denken, das heißt mögliche Chancen nutzen und Risiken minimieren."
Bgm. Kurt Jantschitsch, Obmann der KLAR! Region Südliches Weinviertel

KLAR! Südliches Weinviertel

Der Regionalentwicklungsverein Südliches Weinviertel hat das Ziel durch Zusammenarbeit und durch Nutzung von Synergien, gemeinsame Ziele der beteiligten Gemeinden nachhaltiger, wirtschaftlicher und effizienter zu erreichen. Dabei geht es um die Erhaltung und Steigerung der Lebensqualität der eigenen Wohnbevölkerung ebenso, wie um attraktive Angebote für touristische Gäste. Aktionsfelder sind Gesundheit & Soziales, Bildung, Daseinsvorsorge, Natur und Freizeit, abgestimmte Raumentwicklung, Leerstandsmanagement und Zentrumsentwicklung, klimaneutrale Mobilität, technische Infrastruktur usw. Die Auswirkungen des Klimawandels sind in der Region deutlich spürbar. Das Bewusstsein dafür, dass wir uns anpassen können und müssen, soll in der Bevölkerung durch fachliche Information verstärkt werden. Die entstehenden Chancen und Risiken sollen strategisch erfasst werden, und effiziente Maßnahmen der Nutzung neuer Chancen und Minimierung von möglichen Risiken dienen. Da Klimawandelanpassungsmaßnahmen erwiesener Maßen „großräumig“ wirkungsvoller greifen, ist es nur logisch, dass alle Gemeinden des Regionalentwicklungsvereines sich beteiligen.

Beteiligte Gemeinden
Auersthal, Bad Pirawarth, Ebenthal, Gaweinstal, Groß-Schweinbarth, Hohenruppersdorf, Matzen-Raggendorf, Prottes, Schönkirchen-Reyersdorf, Spannberg, Sulz im Weinviertel, Velm-Götzendorf und Zistersdorf

400 km²

25100 Einwohnerinnen und Einwohner

Webseite der Modellregion

Ansprechperson
Dr. Edith Grames

Heutige Betroffenheit durch den Klimawandel

Große Herausforderungen gibt es im Bereich der Landwirtschaft. Getreidebau und Weinbau spüren deutlich die Auswirkungen von Hitze und Trockenheit und die Folgen der Häufung lokaler Starkniederschlagsereignisse (Überflutungen, Hochwasser, Bodenerosion). Neue tierische und pflanzliche Schädlinge überleben in unseren Breiten. Der Bewässerungsbedarf steigt, die Sicherung von Grundwasser- und Trinkwasserversorgung wird problematisch. Die Gesundheit der Bewohner/innen im Allgemeinen, aber auch speziell empfindlicher Personen oder solcher Personen, die im Freien arbeiten müssen, ist durch die Wetterextreme belastet.

Konkrete Ziele der Region und erwartete Ergebnisse

Ziel ist, dass die 13 Gemeinden der Region sich bis 2050 optimal an die Veränderungen durch den Klimawandel angepasst haben. Die Bevölkerung ist über die Auswirkungen des Klimawandels in sämtlichen Lebensbereichen umfassend informiert und verhält sich entsprechend. Neben den immer noch erforderlichen Maßnahmen zum Klimaschutz, werden ausreichend Maßnahmen zur Nutzung der Chancen aus den klimatischen Veränderungen und zur Minderung der negativen Folgen gesetzt. Die Gemeinden und die Region haben die Rahmenbedingungen für einen „niederschwelligen“ Zugang zu klimawandelkonformem Verhalten geschaffen. Die Lebensqualität und Wertschöpfung in der Region ist hoch und bleibt erhalten. Durch die Teilnahme an KLAR! gelingt es, die Notwendigkeit und den Nutzen der regionalen Klimawandelanpassung zielgerichtet und breitenwirksam zu kommunizieren.

Vision im Hinblick auf Klimawandelanpassung

Die Lebens- und Arbeitswelt der Menschen in der Region soll optimal an die Auswirkungen des Klimawandels angepasst sein. Die eigenverantwortliche „Anpassungskompetenz“ der einzelnen Menschen und der Gemeinden sollen durch Wissen und Achtsamkeit erhöht werden.

Maßnahmen in Umsetzung

  • Bewusstseinsbildung
  • Einrichtung einer Steuerungsgruppe mit Stakeholder/innen aus allen Gemeinden (Multiplikator/innen, inhaltliche Gestaltung der Maßnahmen)
  • Partizipative Workshops für Bürger/innen zur Bewusstseinsbildung und Ermittlung potentieller Handlungsfelder – Grundlage für Maßnahmen
  • Offizielles Kick off der KLAR! beim Regionsfest und interaktives Tool zum Thema für Besucher/innen
  • Kreative Inszenierung der KLAR! Maßnahmen
  • Maßnahmen gegen Hitze-, Trockenheits-, Starkniederschlagsschäden
  • Sicherung Grundwasser- und Trinkwasserversorgung
  • Vermeidung der Bodenversieglung durch kompakte Siedlungsentwicklung 
  • Verbesserte ÖV Angebote und Lenkung des Mobilitätsverhaltens hin zu mehr ÖV Nutzung; emissionsreduzierte Mobilität
  • Maßnahmen gegen verstärkten Befall durch schädliche oder Allergien auslösende Neobiota und Neozoen
  • Beschattung und Begrünung von öffentlichen Plätzen, Trinkbrunnen
  • Infos zu emissionsfreier Klimatisierung im Bereich Bauen und Wohnen (öffentlich, privat) 
  • Blaulichtorganisationen informieren die Bevölkerung über Auswirkungen auf Gesundheit und richtiges Verhalten
  • Krisenkommunikationsplan für Gemeinden und Blaulichtorganisationen
  • Anpassung touristischer Angebote