Liste der KLAR! Regionen

Panorama Wilder Kaiser Gebirge
"Es liegt an uns, auf eingetretene Veränderungen so zu reagieren, dass die daraus bietenden Möglichkeiten nachhaltig positiv genutzt werden können."

KLAR! Wilder Kaiser

Die vier Gemeinden der Region Wilder Kaiser sind im Planungsverband 30 Wilder Kaiser zusammengeschlossen und arbeiten in diversen Kooperationen (z.B. Tourismus-, und Abwasserverband) bereits gut zusammen. Das „Sölllandl“, wie die Region auch genannt wird, liegt am Fuße des Kaisergebirges und ist eine beliebte Wander- und Skiregion. Die Region weist ein relativ raues Klima auf. Im Vergleich mit Innsbruck liegt die durchschnittliche Jahrestemperatur um knapp 2°C niedriger und hat knapp 70 Vegetationstage pro Jahr weniger.

Die Lage der Gemeinden innerhalb eines Tals führt dazu, dass die Gemeinden vor ähnlichen Ausgangssituationen stehen, mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind und negative Klimafolgen bzw. Einzelmaßnahmen von Gemeinden direkte Auswirkungen auf die Nachbargemeinden nehmen würden. Daher ist eine Zusammenarbeit zur Bewältigung der Klimafolgen innerhalb einer KLAR! unbedingt notwendig.

Beteiligte Gemeinden
Ellmau, Going am Wilden Kaiser, Scheffau am Wilden Kaiser, Söll
134.36 km²
9828 Einwohnerinnen und Einwohner

Heutige Betroffenheit durch den Klimawandel

Die Raumstruktur der Region zieht ähnliche Herausforderungen nach sich. Alle Gemeinden haben große Waldgebiete, die mit zunehmender Trockenheit und enormen Borkenkäferkalamitäten zu kämpfen haben. Die Landwirtschaft ist ebenfalls durch Wasserknappheit, sogar auf den Almen, herausgefordert sowie durch die Einwanderung von Neophyten. Auch die touristische Nutzung ist in der ganzen Region enorm, wodurch der Naturraum sehr belastet wird und es wenig Ruhezonen für Fauna und Flora gibt.

Konkrete Ziele der Region und erwartete Ergebnisse

Die Raum- und Gefahrenzonenplanung soll Naturschutz als Katastrophen-Prävention verstehen und Eingang in alle Planungen finden. Davon kann die Land- und Forstwirtschaft profitieren, denn ein intakter Natur- und Bodenhaushalt macht sie resilient gegen invasive Arten. So werden land- und forstwirtschaftliche Betriebe gesichert. Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsmotor und findet im Einklang mit den Bedürfnissen der Bewohner*innen statt. Die touristische Entwicklung beachtet die Folgen des Klimawandels und geht sorgsam mit endlichen Ressourcen um. Die KLAR! Region gibt den Anstoß für Kooperationen zwischen allen Akteur*innen. Es werden innovative Pilotprojekte initiiert, welche Mut machen für weitere Schritte:

  • Katastrophen-Prävention systematisch in Planung verankern
  • Grundlagen für land- und forstwirtschaftliche Betriebe erhalten
  • Balance zwischen Bedürfnissen von Natur, Bevölkerung und Besucher*innen schaffen
  • Innovative Klimaprojekte schaffen, auf die man in der Region stolz ist

Vision im Hinblick auf Klimawandelanpassung

Die Grundlage zur Klimawandelanpassung in der Region ist ein intakter Naturraum, daher werdenWege gefunden, wie mit der Natur gearbeitet wird und nicht gegen sie. Dadurch finden die Wasserkreisläufe wieder in ihr natürliches Gleichgewicht und weder zu viel noch zu wenig Wasser belastet die Region. Das trägt dazu bei, dass Schäden durch Naturkatastrophen an Menschen oder Infrastrukturen so gering wie möglich gehalten werden können.

Maßnahmen in Umsetzung

Bewusstseinsbildung in verschiedenen Formaten, um großes Spektrum an Akteur*innen in der Region zu erreichen.

  • „Wilder Kaiser ist doch KLAR!“ eigene Informationsveranstaltung für das KLAR-Anpassungskonzept
  • Schwerpunkt-Veranstaltungen, z.B. Neophyten-Tag
  • Online-Stammtische zu verschiedenen Themenbereichen
  • Präsentation der KLAR-Inhalte in Gemeindezeitungen und Regionalzeitungen und -homepages
  • Ankündigungen von und Berichte über Veranstaltungen und Aktionen im Rahmen des KLAR!-Prozesses in lokalen und regionalen Medien
  • KLAR! Regions-Homepage, Nutzung bestehender Social-Media-Kanäle, z.B. Gem2Go

Maßnahmen in der Region in verschiedenen Sektoren, Schwerpunkte u.a.:

  • Land- und Forstwirtschaft; Bodenfruchtbarkeit, Revitalisierung Almen, Schutz vor Schädlingsvermehrungen
  • Naturschutz; Sicherung von Flächen für Flora und Fauna, Biotopverbund, Blumenwiesen
  • Katastrophenschutz; Stärkung Gefahrenbewusstsein, Erhalt ehrenamtlicher Strukturen, Verbesserung Risikokommunikation  

(Stand Mai 2021)

E-Bike Fahrer im Tal, im Hintergrund nebelbedeckte Berge
Schneeschuhwanderer in den Bergen
Blumenwiese in den Bergen mit Sonnenuntergang