Liste der KLAR! Regionen

Häuser und Hütten in den Bergen
"Die Auswirkungen des Klimawandels lassen sich nicht länger leugnen: Hitzeperioden, Wasserknappheit und Extremwetterereignisse stellen große Herausforderungen dar. Als UNESCO Biosphärenpark hat sich das Große Walsertal gemeinsam mit seinen Bewohner/innen bereits im Jahr 2000 einer nachhaltigen Entwicklung für ein Leben und Wirtschaften im Einklang mit der Natur verschrieben. In diesem Kontext sollen nun gezielt notwendige Maßnahmen einer Klimawandelanpassungsstrategie erarbeitet werden."
Christine Klenovec, Ökologin und Biosphärenparkmanagerin im Großen Walsertal

KLAR! Biosphärenpark Großes Walsertal

Das Große Walsertal ist ein steiles V-Tal mit starker Prägung durch Land-, Alp- und Forstwirtschaft. In ihrem Leben und Wirken sind die Gemeinden von der Natur abhängig und dementsprechend intensiv vom Klimawandel betroffen. Aufgrund der topografischen Lage ist das Große Walsertal schon jeher einer Vielzahl von Naturgefahren wie Lawinen, Erdrutschen und Muren ausgesetzt. Zum Schutz nimmt speziell der Wald eine wichtige Funktion ein, welcher durch den fortschreitenden Klimawandel gefährdet ist und Anpassungsmaßnahmen benötigt. Die Veränderungen durch den Klimawandel werden sich künftig jedoch auch in weiteren Themenbereichen auswirken. Besonders seit dem Jahr 2000 mit Ausweisung als UNESCO Biosphärenpark hat sich die Region einer sehr bewussten, nachhaltigen Entwicklung für ein Leben und Wirtschaften im Einklang mit der Natur verschrieben und möchte diesen Ansatz nun auch aktiv im Rahmen von KLAR! bei den Herausforderungen rund um den Klimawandel umsetzen und die Region stärken.

Beteiligte Gemeinden
Blons, Fontanella, Raggal, Sonntag, St. Gerold, Thüringerberg
192 km²
3450 Einwohnerinnen und Einwohner
Ansprechperson
Ingo Türtscher

Heutige Betroffenheit durch den Klimawandel

Langanhaltende Trockenheit führt zu Versorgungsengpässen in der Wasserversorgung der Bevölkerung im Gemeindegebiet und auf den Alpen. Der Wiesen- und Weidebestand leidet ebenfalls nachhaltig unter längeren und extremeren Trockenperioden. Durch Hitzeperioden, längere Vegetationsphasen, Sturmschäden, Schneebrüche und Schädlinge ist eine Schwächung des Waldes wahrscheinlich und die Schutzfunktion, die lokale Wirtschaft sowie die Nutzung als Erholungsraum betroffen.

Konkrete Ziele der Region und erwartete Ergebnisse

Ziel ist es, das gute Leben in der Region mit intaktem Naturraum, natürlicher Vielfalt, wirtschaftlichen Möglichkeiten und gutem sozialen Miteinander unter Einbeziehung von Klimawandelanpassungen gemeinsam zu gestalten und weiterzuentwickeln. 

Im Sinne einer sozialen und ökologischen Gerechtigkeit sollen nicht nur die Risiken verringert, sondern potentielle Chancen genutzt und mögliche neue Zukunftsbilder zur Entwicklung der Region generiert werden.

Vision im Hinblick auf Klimawandelanpassung

Die weitgehend intakte Naturlandschaft und hohe Lebensqualität im Biosphärenpark Großes Walsertal soll erhalten und der Lebensraum zukunftsfähig weiterentwickelt werden. Anpassungen an den Klimawandel sollen als integrale Strategie in geplanten Maßnahmen einbezogen werden. Sowohl auf öffentlicher, wirtschaftlicher als auch zivilgesellschaftlicher Seite. Dazu braucht es die Sensibilisierung und Formen der Mitgestaltung auf allen Ebenen, die es ermöglichen, aus Erfahrungen Erkenntnisse zu generieren und somit die Haltung zum Klimawandel sowie der nötigen Anpassungsstrategie mit einhergehendem veränderten Handeln zu fördern. 

Maßnahmen in Umsetzung

Geplant werden Anpassungsmaßnahmen zum Schutz vor Naturgefahren (Objektschutz, Siedlungsraum) und zur Sicherung des Lebensraums ebenso wie zur gesicherten Grundversorgung u.a. durch Trinkwasser.

Eine naturnahe, gesunde und standortangepasste Waldentwicklung nimmt hierzu eine wichtige Rolle ein.

Ebenso sollen Maßnahmen zur Förderung ökologischer Energieerzeugung, regionaler Wirtschaftskreisläufe, nachhaltiger Mobilität und einer ökologischen Baukultur weiterentwickelt werden.

Im Bereich der Bewusstseinsbildung sollen innovative und offene Formate in der Breite sensibilisieren und die Eigenverantwortung individueller Akteure und der Region als Ganzes stärken. Ein hoher Grad an Beteiligung in der Maßnahmenumsetzung soll dadurch gefördert werden.

(Stand Mai 2021)

Holzliege in den Bergen
Heu auf Holzspieße in den Bergen
Foto des KLAR! managers