"Die Region Amstetten Nord ist eine starke Zuzugsregion. In Kombination mit den immer heißer werdenden Sommern und der zunehmenden Siedlungsentwicklung und Verbauung gilt es vorrausschauende Maßnahmen zu setzen, um die gute Lebensqualität langfristig abzusichern."
LAbg. Anton Kasser, Obmann des GDA und Bürgermeister der e5 Gemeinde Allhartsberg

KLAR! Amstetten Nord

Die KLAR! Region Amstetten Nord ist eine starke Wirtschaftsregion, geprägt von KMUs und Industrieunternehmen. Die Verkehrsinfrastruktur kann durch die Westbahnstrecke, die Westautobahn und den Enns-Donauhafen, als sehr gut bezeichnet werden. In der Flächenentwicklung entstehen rund um die Städte Amstetten, St. Valentin und Haag sowie entlang der Westautobahn neue Gewerbegebiete und Siedlungen. Die 16 Gemeinden umfassende Region zeichnet sich durch Zuzug aus. In der Landwirtschaft dominieren Ackerbau sowie Geflügelmast und Schweinehaltung. Die hügelige Landschaft mit alten Streuobstbeständen ist auch Ursprung der Mostkultur und gewinnt touristisch wieder an Bedeutung. Eine Besonderheit der Region ist, dass in der KLAR! Region Amstetten Nord und Amstetten Süd ein gesamter Bezirk (und die Statutarstadt Waidhofen/Ybbs) gemeinsam an Maßnahmen zur Klimawandelanpassung arbeiten. Wir haben uns dazu entschlossen eine KLAR! Region zu sein, weil wir Bewusstseinssteigerung und Wissenszuwachs in der Bevölkerung erreichen wollen. Außerdem wollen wir am Programm teilnehmen, da die Folgen des Klimawandels bereits sichtbar geworden sind und Handlungsbedarf besteht.

Beteiligte Gemeinden
Stadt Amstetten, Ardagger, Ennsdorf, Ernsthofen, Stadt Haag, Neustadtl, Oed-Öhling, St. Georgen am Ybbsfelde, St. Pantaleon-Erla, Stadt St. Valentin, Strengberg, Viehdorf, Wallsee-Sindelburg, Winklarn, Wolfsbach, Zeillern

480 km²

67980 Einwohnerinnen und Einwohner

Webseite der Modellregion

Ansprechperson
Eva Zirkler

Heutige Betroffenheit durch den Klimawandel

Die negativen Auswirkungen des Klimawandels werden in der Region immer deutlicher spürbar. In den Städten wird es heißer und die sommerliche Überhitzung in stark verbauten Gebieten wird zunehmend ein Thema. Die Betroffenheit hierbei ist vielfältig und reicht von geringerer Aufenthaltsqualität im Freien bis hin zur Gesundheit, da beispielsweise nächtliches Lüften im städtischen Bereich wenig zielführend ist. In den Landgemeinden gibt es erste Engpässe bei der Trinkwasserversorgung sowie dürrebedingte Ernteausfälle in der Landwirtschaft. Die heißen Sommer 2015 und 2018 haben in der Region zu einer großen Betroffenheit in punkto Wassermangel geführt.

Konkrete Ziele der Region und erwartete Ergebnisse

Mit der Teilnahme am KLAR! Programm erwarten sich die Gemeinden u.a. folgende Ergebnisse:

  • Verbesserung des Komforts durch Schutz vor sommerlicher Überhitzung z.B. durch Beschattung und Belüftung, adäquate Materialienwahl sowie Begrünungsmaßnahmen bei Gebäuden
  • Erhöhung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Wo möglich sollen "grüne Schneisen" ins Stadtinnere integriert werden.
  • Recherche und Nutzung diverser Forschungsprojekte zu urbaner Hitze z. B. zur Identifizierung von Wärmeinseln
  • Einsatz von Regenwassermanagement, um Regenwasser gezielt zu nutzen sowie um sicherzustellen, dass Regenwasser möglichst an Ort und Stelle versickern kann.
  • Aufzeigen und Recherche nachhaltiger Bewirtschaftungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte.
  • Maßnahmen zur Sicherstellung der Wasserverfügbarkeit im Sommer auch bei steigendem Trink- und Brauchwasserbedarf
  • Ziel des KLAR! Projektes ist es, Bewusstsein für den Klimawandel und die nötigen Anpassungsmaßnahmen in der Bevölkerung zu schaffen.

 

Vision im Hinblick auf Klimawandelanpassung

Die Klimawandelanpassungsmaßnahmen sollen eine gute Lebensqualität in der Region Amstetten Nord auch zukünftig sicherstellen. Die Kulturlandschaft ist durch eine umsichtig agierende Landwirtschaft nachhaltig sichergestellt. Gewerbegebiete, Siedlungsentwicklung, Naturraum, Erholungsgebiete und Landwirtschaft stehen in keiner Konkurrenz.

Maßnahmen in Umsetzung

  • Entwicklung nachhaltiger, klimawandelangepasster Bewirtschaftungsideen für öffentliche Gründe und Räume (Schaffung grüner Inseln in urbanen Räumen mit trockenresistenten Pflanzen und Sträuchern, versickerungsfähiges Pflaster)
  • Wiederherstellung des Bewusstseins für die Wichtigkeit der "Grünen Lunge Wald" für die regionale Bevölkerung durch Waldschnupperkurse, Erlebnisaktionen, und Forstarbeiterschulungen z. B. im Landschaftsschutzgebiet Forstheide
  • Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung durch Expertenvorträge und Berichterstattung in Hinblick auf die Anpassungsmöglichkeiten der Region.
  • Vernetzung regionaler Institutionen im Bereich des Wassermanagements in Hinblick auf Trinkwassermanagement einerseits und den Einsatz bei Starkregenereignissen andererseits.