"Der Klimawandel bringt unweigerlich Veränderungen mit sich. Diese können aber auch Chancen mit sich bringen. Wichtig ist, dass wir uns im Mostviertel gut auf den Klimawandel und seine Folgen vorbereiten und jetzt zukunftsorientierte Maßnahmen setzten."
LAbg. Anton Kasser, Obmann des GDA und Bürgermeister der e5 Gemeinde Allhartsberg

KLAR! Amstetten SÜD

Die Region Amstetten Süd ist landwirtschaftlich sehr abwechslungsreich und gründet auf dem Ybbstal sowie dem Urltal. In den nördlichen Gemeinden liegt ein starker Wirtschaftsraum vor, bedingt durch gute Infrastruktur und zahlreiche Unternehmen. Ein leichter Rücklauf der Bevölkerungsentwicklung in den dünn besiedelten, südlichen Gemeinden ist charakteristisch für die Region. Bei der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung dominiert im nördlichen Teil der Ackerbau aufgrund der Flächenverfügbarkeit. Im südlichen Teil dominiert dagegen die Rinderhaltung (Grünland, Almen) und der sanfte Tourismus. Speziell die vier flächenmäßig großen, südlichsten Gemeinden sind gebirgig, wasser- und waldreich und beheimaten auch die Bergbauernschule Hohenlehen mit Forstschwerpunkt. Eine Besonderheit der Region ist, dass in der KLAR! Region Amstetten Nord und Amstetten Süd ein gesamter Bezirk und die Statutarstadt Waidhofen/Y. an Maßnahmen zur Klimawandelanpassung arbeiten. Da die Folgen des Klimawandels in der Region deutlich spürbar sind, haben wir uns entschlossen eine KLAR! Region zu sein. Außerdem wollen wir das Bewusstsein für Klimawandelanpassungsmaßnahmen bei den Bürgern und Bürgerinnen stärken.

Beteiligte Gemeinden
Allhartsberg, Aschbach, Behamberg, Biberbach, Ertl, Euratsfeld, Ferschnitz, Haidershofen, Hollenstein an der Ybbs, Kematen an der Ybbs, Neuhofen an der Ybbs, Opponitz, Seitenstetten, Sonntagberg, St. Peter in der Au, St. Georgen am Reith, Waidhofen/Y., Weistrach, Ybbsitz

839 km²

59029 Einwohnerinnen und Einwohner

Webseite der Modellregion

Ansprechperson
Magdalena Danner

Heutige Betroffenheit durch den Klimawandel

Die negativen Auswirkungen des Klimawandels werden im Mostviertel immer deutlicher spürbar. Eine klimawandelbedingte Herausforderung ist die Trinkwasserversorgung, die besonders Hausbrunnen und Genossenschaftsanlagen in Streusiedlungen betrifft. Bedingt ist dies durch Trockenheit, die in städtischen Bereichen, konkret in der Stadt Waidhofen/Ybbs zu Temperaturspitzenwerten führt. Sie findet sich oftmals als österreichischer Hitzepol in den Schlagzeilen wieder. Die waldreichen, südlichen Gemeinden stehen vor der Herausforderung von Unwetterkapriolen wie Windbruch in der Forstwirtschaft, zuletzt im Herbst 2018 sowie Murenabgänge im Juni 2018.

Konkrete Ziele der Region und erwartete Ergebnisse

Mit der Teilnahme am KLAR! Programm erwartet sich die Region und ihre Gemeinden:

  • Anleitung für die Grünlandbewirtschaftung erarbeiten, die sich mit geänderten Witterungsbedingungen und deren Auswirkungen auf Produktivität, Futterqualität, Bodenwasserhaushalt und Bodennährstoffgehalt auseinandersetzen. Die Zusammensetzung der Waldstruktur trotzt Trockenperioden und Windspitzen. Der Wald kann nachhaltig bewirtschaftet werden und die Forstwirtschaft wird ein Wirtschaftsfaktor in der südlichen Region unter Berücksichtigung landschaftsökologischer Aspekte sowie der Bereiche Freizeit/Erholung und Tourismus.
  • Maßnahmen zur Sicherstellung der Wasserverfügbarkeit im Sommer auch bei steigendem Trink- und Brauchwasserbedarf
  • Die Aufenthalts-Qualität in städtischen bzw. dicht bebauten Bereichen soll gesteigert werden z. B. durch Beschattung und „grüne“ Bereiche.
  • Gesteigertes Bewusstsein für den Klimawandel und die nötigen Anpassungsmaßnahmen in den Gemeinden und bei der Bevölkerung.

 

Vision im Hinblick auf Klimawandelanpassung

Als Vision gilt, dass die Region mit reiner Luft, sauberem Wasser, einer vielfältigen Natur sowie hochwertigen Lebensmitteln versorgt ist. Die umgesetzten Schutz- und Anpassungsmaßnahmen sollen Investitionen mit sich bringen, die eine attraktive Region als Lebens- und Arbeitsraum sicherstellen.

Maßnahmen in Umsetzung

• Vernetzung der regionalen Institutionen im Bereich Grünlandbewirtschaftung und Forstwirtschaft (Bezirksbauernkammern, Maschinenring, Landwirtschaftliche Fachschulen, Landeslandwirtschaftskammer, BOKU, etc.) • Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung durch Expertenvorträge und mediale Berichterstattung in Hinblick auf die Anpassungsmöglichkeiten an den Klimawandel • Workshopveranstaltung und Experteninput mit Gemeindevertretern und Stakeholdern • Entwicklung nachhaltiger, klimawandelangepasster Bewirtschaftungsideen für öffentliche Gründe und Räume • Trinkwassermanagement – Erhebung der Versorgungssicherheit in der Region • Wasser als Gefahr – Hochwasser, Muren, Abschwemmung von Humus bei Starkregen bzw. Straßenunterspülungen. Recherche von best practice Beispielen innerhalb und außerhalb der Region um Extremwetterereignisse bestmöglich abzufangen bzw. bei Eintritt dieser bestmöglich zu managen.