"Die Region Horn ist vorn“. Dort wollen wir auch beim intelligenten Umgang mit dem Klimawandel sein – aus Eigen- und Gemeinschaftsinteresse!"
LAbg. Jürgen Maier, Bürgermeister der Stadtgemeinde Horn

KLAR! Region Horn

Die KLAR Horn besteht aus 15 Gemeinden und liegt im Nord-Osten des Waldviertels an der Grenze von Niederösterreich zu Tschechien auf einer Seehöhe zwischen 260 m und 530 m. In der ländlich geprägten, leicht hügeligen Region leisten die vielen land- und forstwirtschaftlichen Betriebe, ebenso wie der Tourismus wichtige Beiträge zur regionalen Wirtschaft. In beiden Bereichen sind die Auswirkungen des Klimawandels immer deutlicher zu spüren. Die Teilnahme am KLAR!-Programm wird als Mittel gesehen, die wachsende Handlungsbereitschaft der Bevölkerung infolge aufkommender Probleme durch den Klimawandel zu nutzen, zu fördern und gleichzeitig zu lenken – in eine Richtung, die trotz geänderter Lebensbedingungen und wachsender Herausforderungen auch für zukünftige Generationen eine hohe Lebensqualität bedeutet.

Beteiligte Gemeinden
Horn, Eggenburg, Langau, Meiseldorf, Pernegg, Rosenburg-Mold, Gars am Kamp, Altenburg, Weitersfeld, Burgschleinitz-Kühnring, Röhrenbach, Röschitz, St. Bernhard-Frauenhofen, Sigmundsherberg, Straning-Grafenberg

545 km²

25660 Einwohnerinnen und Einwohner

Webseite der Modellregion

Ansprechperson
Claudia Hohenecker

Heutige Betroffenheit durch den Klimawandel

Die Region verzeichnete in den vergangenen Jahren eine spürbare Erwärmung bei gleichzeitiger Verlagerung und auch Reduktion der Niederschläge. Die sichtbarsten Auswirkungen sind weitreichende Ausfälle von Waldbeständen und auch bereits vermehrte Dürreschäden in der Feldwirtschaft. Bodenerosion aus einem Zusammenspiel von Hitze, Trockenheit, Stürmen und Starkregenereignissen ist ein zunehmendes Problem. Veränderungen im Wasserangebot zeigen sich durch trocken fallende Hausbrunnen. Die Folgen sich wandelnder Bedingungen für die Tierwelt sind u.a. Schädlingsbefall im Forst und exotische Krankheiten bei Mensch und Tier.

Konkrete Ziele der Region und erwartete Ergebnisse

  • Verankerung des Themas der Klimawandelanpassung in allen Bereichen der regionalen Entwicklung
  • Stärkung der Aktivitäten zugleich auch für den Klimaschutz über den Weg des deutlich gesteigerten Bewusstseins für den selbst erlebten Klimawandel und der wachsenden Probleme bzw. Anforderungen bei der Anpassung
  • Eigenständigkeit in allen Bereichen der Daseinsvorsorge durch einen nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen auf Basis eines gestärkten regionalen Selbstbewusstseins
  • Ökologisch nachhaltige Regenwasserwirtschaft mit kleinräumigen Wasserkreisläufen und minimiertem Ablauf als Basis einer gesicherten regionalen Wasserversorgung
  • Biologische Landwirtschaft als Sicherung des schonenden Umgangs mit dem Boden und der Artenvielfalt
  • Nutzung der Chancen im Tourismus mit Fokus auf Sommerfrische mit Natur- und Kulturerlebnis

Vision im Hinblick auf Klimawandelanpassung

Die Region greift die wachsenden Herausforderungen nun proaktiv auf, um noch vorhandene Spielräume zu nutzen und Handlungszwänge möglichst gering zu halten. Durch regionale Eigenversorgung mit Wasser und sonstigen Lebensmitteln auf höchstem Niveau, gibt die Region Einheimischen und Besuchenden das Bewusstsein einer tollen Lebensqualität. Durch einen Schulterschluss der Menschen, als Betroffene und zugleich Agierende innerhalb der Gesellschaft, gibt es in der gesamten Region einen starken Schub für das Miteinander – im Denken, im Reden, im Handeln.

Maßnahmen in Umsetzung

  • Aufbau eines Systems von Teichen für Bewässerung und kleinregionale Klimatisierung sowie zugleich Freizeitnutzung
  • Ernährungsprojekte für die raschere Verlagerung in der Gewichtung hin zu mehr pflanzlicher Ernährung und Fisch aus regionaler Produktion vorausschauend auf den klimabedingt steigenden Beschaffungsdruck bei Futter und Wasser für die Tierhaltung (v.a. Rinder)
  • Aktionen, um die Menschen hinaus in die Natur zu bringen, an Plätze, die durch den Klimawandel Veränderungen erfahren (haben)
  • Förderung der regionalen Sensibilität für schlechte Anpassung – z.B. gegen einen Wildwuchs von Klimaanlagen, die durch intelligentere Methoden vermieden werden könnten
  • Bewerbung und Intensivierung von Beratung in allen Bereichen
  • Einbindung der Kultur- und Kunstszene in das Klimathema