"Durch dieses einzigartige Programm kann die Region Anger & Floing klimafit gemacht werden, damit wir für den bevorstehenden Klimawandel bestens gerüstet sind."
DI Alexandra Berger, KLAR-Ansprechperson

KLAR! Anger-Floing

Die Region besitzt einen intakten Naturraum. Dieser ist die Grundlage für einen funktionierenden Tourismus sowie für die große Leistungsfähigkeit im Landwirtschaftsbereich. In den letzten Jahrzehnten zeichnet sich eine stetig länger werdende Vegetationsperiode ab, welche Vor- und Nachteile mit sich bringt (neue Kulturen, höhere Erträge, Spätfrost). Die Region besitzt über viele Obstflächen, welche in den letzten Jahren durch den frühen Vegetationsstart mehrfach unter dem Spätfrost gelitten haben. Somit besteht insbesondere in der Landwirtschaft ein entsprechendes Bewusstsein gegenüber dem Klimawandel und ein hohes Potential für Anpassungsmaßnahmen. Die Modellregion weist aber auch noch weitere Anpassungspotentiale auf: Der Tourismus könnte neue Schwerpunkte setzen (z. B. durch die „neue Sommerfrische“). Die touristisch wertvolle Feistritztalbahn und der größtenteils verschattete Feistritztalradweg verlaufen direkt durch die Region und bieten zusammen mit dem angrenzenden Stubenbergsee eine gute Möglichkeit, die Region insbesondere für die heiße Sommerzeit als touristisches Ziel zu erschließen und zu bewerben. Die Biodiversität ist stark vom Klimawandel bedroht (weniger durch die Spätfrostgefahr, sondern insbesondere durch Trockenperioden und Starkniederschläge). Da diese direkt den Naturpark, die Landwirtschaft und den Tourismus und somit die Existenz vieler Einwohner bedrohen, besteht daher ein großes Interesse für Maßnahmen zur Klimawandelanpassung.

Beteiligte Gemeinden
Anger, Floing

67 km²

5359 Einwohnerinnen und Einwohner

Webseite der Modellregion

Ansprechperson
DI Alexandra Berger

Heutige Betroffenheit durch den Klimawandel

• Durch den frühen Vegetationsstart wurde die Region in den letzten Jahren mehrfach vom Spätfrost in den vielen Obstgärten betroffen. • Als Teil des Naturpark Almenland und des Tourismusverbandes „Apfelland Stubenbergsee“ sowie der Feistritztalbahn besteht zusammen mit dem stark kühlenden Feistritztalradweg eine große touristische Vielfalt. Diese Vielfalt ist durch den Klimawandel (insbesondere durch Trockenheit, Starkregenereignisse, steigende Lufttemperaturen, Spätfrost) stark bedroht (insbesondere der Naturraum auf dem Almenland). • Die Trockenperioden und Starkniederschläge bedrohen die regionale Land- und Forstwirtschaft und führen zu Veränderungen bei heimischen Tier- und Pflanzenarten (z.B. Verdrängung durch invasive Arten) • Darüber hinaus gibt es Herausforderungen in der Sicherung der Trinkwasserversorgung, der zunehmenden Überhitzung und dem steigenden Kühlbedarf in Gebäuden.

Konkrete Ziele der Region und erwartete Ergebnisse

Die touristischen Potentiale („kühler“ Feistritztalweg, beschattete Wanderwege, Stubenberg, Feistritztalbahn etc.) sollen im Sinne des Klimawandels positioniert werden. Dazu sollen kompetente Arbeitskräfte und qualifizierte Stakeholder etabliert werden. Durch die Implementierung neuer Obstsorten und Bewirtschaftungsweisen soll die Region gegen den Klimawandel gerüstet sein. Experten sollen involviert werden, um die durch den Klimawandel hinzugekommene Schädlinge zu minimieren. Eine klimafitte Forstwirtschaft soll zur Standardbewirtschaftungsweise werden. Klimaangepasste Waldbaumarten (z. B. Douglasie) mit Fokus auf Mischbaumarten und Biodiversität sollen flächendeckend angepflanzt werden. Die Biodiversität und Widerstandskraft gegenüber dem Klimawandel soll in allen Bereichen stark gesteigert werden. Laufender Know-how-Transfer und umfassende Bewusstseinsbildung soll durchgeführt werden. Neue Unternehmen mit dem Geschäftsfeld der Klimawandelanpassung sollen sich in der Region ansiedeln.

Vision im Hinblick auf Klimawandelanpassung

Die Region soll bis zum Jahr 2050 für kommende Klimasituationen gerüstet sein. Das bedeutet, dass die Region auf die veränderte Vegetationsperiode im Obst-, Landwirtschafts- und Forstbereich sich angepasst hat. Darüber hinaus soll die KLAR gegenüber Starkregen, Überschwemmungen und Hitzeperioden weniger anfällig sein. Der Sommertourismus hat neue Schwerpunkte mit Fokus auf den Klimawandel gesetzt (z. B. Sommerfrische) und unterstützt die Erhaltung der besonders vom Klimawandel bedrohten Naherholungs- und Naturräume (insbesondere den Naturpark Almenland).

Maßnahmen in Umsetzung

  • Informationsvermittlung und Versuchsbesichtigungen für eine klimafitte Land- und Forstwirtschaft, damit diese die Auswirkungen des Hitzestresses berücksichtigt. Besonders sind die Auswirkungen in der Obstwirtschaft zu adressieren, da Obstbäume wesentlich empfindlicher reagieren als Waldbäume.
  • Maßnahmen für höhere Temperaturen im Winter setzen, damit die negativen Folgen für den Kältereiz von Apfelbäumen und damit Schäden für die Obstbauern reduziert werden.
  • Maßnahmen setzen, damit längere Trockenperioden in der gesamten Region, aber insbesondere in Tallage mit Fokus auf die Wasserversorgung und in Folge für die Gesundheit bzw. die Land- und Forstwirtschaft, gut überstanden werden können.
  • Maßnahmen setzen, damit die Grund- und Quellwasserbildung und damit die Wasserversorgung aufgrund abnehmender Zahl der Tage mit Schneedecke verbessert werden kann.
  • Maßnahmen setzen, damit Beeinträchtigungen durch extreme Starkniederschläge für die bauliche Infrastruktur, die Land- und Fortwirtschaft (insbes. den Obstbau) minimiert werden.
  • Maßnahmen setzen, damit eine Verdrängung heimischer Tier- und Pflanzenarten und Einwanderung neuer, möglicherweise invasiver Arten verhindert wird.
  • Maßnahmen setzten, damit bei geschwächten Personen, wie Kranke, Kleinkinder und älteren Menschen, die Klimaveränderung sich nicht so stark auf die Gesundheit niederschlägt.
  • Maßnahmen gegen Spätfrost im Obstbau setzen.