Liste der KLAR! Regionen

Luftaufnahme der Ortschaft
"Unsere Region ist im Verhältnis zu anderen Regionen Österreichs stark von einem überdurchschnittlichen Temperaturanstieg betroffen, wodurch eine Reihe von klimatischen Folgen für die Region bestehen. Es gilt, diese Auswirkungen für unsere Region über das Programm abzufedern."
Bgm. Hierzer und Bgm. Trummer

KLAR! Gabersdorf-Schwarzautal

Die KLAR will Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel setzen, um so für die klimatische Zukunft, insbesondere im Wohnbereich, vorbereitet zu sein. Die Auswirkungen des Klimawandels haben in der KLAR! einen großen Einfluss auf (1) die Wohnsituation sowie (2) die Landwirtschaft. Hier möchte das Projekt ansetzen beziehungsweise stellt diese Problematik die Ausgangssituation des Projektes dar:

Ad (1) Die Region weist viele Wohngebiete auf, welche von sommerlicher Hitze und Wasserknappheit stark betroffen sind. Es braucht somit Maßnahmen zur aktiven und passiven Hitzeprävention.

Ad (2) Die Region hat eine sehr ausgeprägte landwirtschaftliche Kulturlandschaft. Diese besteht aus den typisch südsteirischen Weingärten, Streuobstwiesen, Wiesen, Äcker und Wälder. Die Region stellt eine klassische Wein- und Kulinarikregion dar. Damit auch in Zukunft eine intakte Landwirtschaft besteht, braucht es Anpassungsmaßnahmen in der Bewirtschaftung, den Kulturen und generell am Vermarktungssystem.

Beteiligte Gemeinden
Gabersdorf, Schwarzautal
39.95 km²
3538 Einwohnerinnen und Einwohner
Ansprechperson
Bgm. Alois Trummer

Heutige Betroffenheit durch den Klimawandel

Anstieg der Temperaturen und die damit verbundenen Folgen wie Unwetter, sommerliche Überhitzung, Trockenheit, Anstieg der Kühlgradtage, Borkenkäfer, Zunahme der invasiven Neophyten, Verschiebung der Vegetationsperiode sowie Zunahme von Hochwasser und einer erhöhten Gefahr von Starkniederschlägen

Konkrete Ziele der Region und erwartete Ergebnisse

Durch den Fokus auf die Klimawandelanpassung und das Thema Wasserstoff konnten in der Region handwerkliche und auch Akademiker-Arbeitsplätze geschaffen werden.

Die Land- und Forstwirtschaft konnte klimafit gemacht werden. Der Maiswurzelbohrer wurde zurückgedrängt. Borkenkäfer-Probleme treten nur mehr punktuell auf. Der Wein- und Obstbau hat sich mit neuen Sorten und klimafitten Bewirtschaftungsweisen an die höheren Temperaturen und den geringeren Wasserbedarf angepasst. Die Selbstversorgung mit regionalen Lebensmitteln ist wesentlich gestiegen. Der Schutz der Gewässer vor Extremereignissen über entsprechende Kulturführungen und Bewirtschaftungsweisen ist erfolgt. Durch einen Ausbau an Biodiversität erfolgte auch ein Schutz der Flora und Fauna. Invasive Neophyten und klimawandelbedingten Schädlinge konnten wesentlich zurückgedrängt werden. Der Humusaufbau in der Landwirtschaft ist Stand der Technik und weit verbreitet. Landwirtschaftliche Böden werden nicht weiter versiegelt,auch die allgemeine Bodenversiegelung wurde gestoppt. Hochwasserschutz und das Forcieren der Biodiversitätsflächen sorgen dafür, dass die einzigartige Landwirtschaft erhalten bleibt.

Durch die klimafitte Landwirtschaft konnte der Wirtschaftszweig der Lebensmittelproduktion geschützt werden. Dies wirkt einer Abwanderung entgegen und die Region ist weiterhin als Naherholungsregion attraktiv. Dazu wurden in der Region zusätzliche Naherholungszonen ausgebaut und beworben.

Vision im Hinblick auf Klimawandelanpassung

2050 stellt die KLAR! Gabersdorf-Schwarzautal ein beliebtes Wohngebiet dar, welches trotz Klimawandel und sommerlicher Überhitzung sowie Wasserknappheit klimafit ist. So sind 2050 die Gebäude „angepasst“, indem Fassaden entsprechend gestaltet und auf den Hitzeschutz bei der Dämmung geachtet wurde. Des Weiteren wird die Wiederverwendung von Regen- und Brauchwasser forciert, Flächen und Fassaden wurden in Wohngebieten zur Schaffung eines kühleren Mikroklimas begrünt, Schattenbäume sind vorhanden und Naherholungsmöglichkeiten über Wanderwege, Seen oder Bäche wurden erschlossen. 2050 weist die KLAR! Gabersdorf-Schwarzautal steigende Bevölkerungszahlen auf. Infrastrukturell erfolgten ideale ÖPNV-Anbindungen nach Graz und Marburg. Im Energiebereich besteht CO2-Neutralität und die Region versorgt sich weitgehend selbst, wobei Wasserstoff einen wesentlichen Bestandteil des regionalen Versorgungskonzeptes darstellt.

Maßnahmen in Umsetzung

Da die Region relativ klein und sehr homogen ist, ist auch die Betroffenheit durch den Klimawandel ähnlich beziehungsweise ident. Daher bestehen auch ähnliche Anpassungsnotwendigkeiten für beide Gemeinden.

Mit Hinblick auf die Auswirkungen des Klimawandels (sommerliche Überhitzung, Trockenperioden) eignet sich die Region als „Modellregion“ mit besonderem Fokus auf das Wohnen und die Landwirtschaft. Hier könnte die angedachte KLAR! eine Vorbildfunktion einnehmen.

Ebenfalls könnte die Region eine Vorreiterrolle als klimafittes Naherholungsgebiet einnehmen, zumal die Region viel Kulinarik in den Bereichen Heuriger und Wein besitzt. Dies könnte Vorbild für den sanften Tourismus in der Region sein. Den Menschen werden Zonen gegen sommerliche Überhitzung geboten, wo sie sich gleichzeitig erholen und wandern können.

(Stand Mai 2021)

Fischaufstiegshilfe
Gemeindeamt der Ortschaft
Teich und Kirche