Liste der KLAR! Regionen

urige Häuser mit und Gebäude
"Ergebnisorientierte Gemeinden mit Weitblick bündeln ihre Kräfte, bereiten sich präventiv auf den nachhaltigen Wandel vor und ergeben eine starke und vor allem lebenswerte Region der Zukunft."
Roman Mühl, KLAR-Ansprechpartner

KLAR! Graz-Umgebung Nord

Die kooperierenden Gemeinden der KLAR! Graz-Umgebung Nord sehen in der Klimawandelanpassung nicht nur einen wesentlichen Schritt die Region mit ihren Sektoren nachhaltig zu stärken, sondern zielen auch auf ein signifikant erhöhtes Bewusstsein in Bezug auf den Klimawandel bzw. der daraus resultierenden notwendigen Klimawandelanpassung in der Bevölkerung ab. Auch die Stärkung der gesamten Region im Hinblick auf ihre Wirtschafts- und Finanzposition sowie in Bezug auf Industrie & Gewerbe, Tourismus, Kommunen, Infrastrukturen, Land/Forstwirtschaft und Jagd ergibt eine „klimafitte und vor allem lebenswerte Region“. In diesem Zusammenhang ist eine Attraktivierung der Region als Wohnort und ein Entgegenwirken bzgl. Abwanderung bzw. Verstärkung der Zuwanderung obligatorisch. Zudem führt diese Attraktivierung der Region mittel- und langfristig zur Sicherung bzw. Schaffung von Arbeitsplätzen.

Beteiligte Gemeinden
Marktgemeinde Deutschfeistritz, Stadtgemeinde Frohnleiten, Marktgemeinde Peggau, Marktgemeinde Semriach, Marktgemeinde Übelbach
376.9 km²
18432 Einwohnerinnen und Einwohner
Ansprechperson
Roman Mühl, BSc MSc

Heutige Betroffenheit durch den Klimawandel

In der Studie „Klimaszenarien für die Steiermark bis 2050“ wird für die Region eine Erhöhung der saisonalen mittleren Temperatur um bis zu 1,65 °C erwartet. Daher ist HITZE als eine Betroffenheit zu erwähnen, welche beispielsweise spürbare Auswirkungen in der regionalen Landwirtschaft mit sich bringt Da in Zukunft intensivere Niederschläge mit signifikant höheren Niederschlagsmengen prognostiziert werden, sind auch Starkregen, Hochwasser und Hangrutschungen zu nennen, die bereits schwerwiegende Schäden durch vergangene Katastrophenereignisse ersichtlich gemacht haben. Auch wird in der Region eine Verschiebung der Niederschlagsmengen vom Sommer in den Winter erwartet, was die Situation noch zusätzlich verschärft und die Trockenheit als Betroffenheit der Region zum Vorschein bringt. Auch eine bereits heute spürbare Zunahme an Starkwinden führt vermehrt zu Beschädigungen von Bäumen bzw. Wäldern und zeigt, dass Stürme –wie beispielsweise „Paula“ und „Emma“ – eine weitere Betroffenheit der Region darstellen.

Konkrete Ziele der Region und erwartete Ergebnisse

Die Projektziele resultieren aus der Aktivierung der Potentiale in den Bereichen Bewusstseinsbildung sowie Prävention, der gemeinsamen Entwicklung und Umsetzung erforderlicher Anpassungsmaßnahmen zum nachhaltigen Schutz als auch dem Erkennen und Nutzen von Chancen und Optionen, die der Klimawandel mit sich bringt. Die Durchführung der Maßnahmen des Anpassungskonzepts wird die Lebensqualität der Bevölkerung in der Region nachhaltig sichern. Von den geplanten Aktivitäten werden unterschiedliche Bereiche profitieren. Neben der Forstwirtschaft, dem Katastrophenschutz, der Gesundheit, dem Tourismus und der Wasserwirtschaft betrifft dies vor allem auch die regionale Infrastruktur. Ziel des Anpassungskonzeptes ist es, ein möglichst vielfältiges Spektrum an Maßnahmen durch die Adressierung möglichst vieler Betroffenheiten zu erreichen und so die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden bzw. Betrieben in der Region in eine intensivere Identifikation der Bevölkerung mit der Region überzuführen

Vision im Hinblick auf Klimawandelanpassung

Die Vision der KLAR! Graz-Umgebung Nord bezieht sich auf die Nutzung von Synergien durch die Kooperation innerhalb der KLAR-Gemeinden sowie eine nachhaltige Energie- und Klimapolitik in allen fünf beteiligten Gemeinden. Der Fokus liegt dabei auf der Sicherung der regionalen und erneuerbaren Energieversorgung, dem Erhalt und der Entwicklung von Wald- und Freiflächen als auch Schutzgebieten sowie der Sicherung der Wasserversorgung in Zusammenhang mit dem Hochwasserschutz betrachtet.

Maßnahmen in Umsetzung

  1. Klimafitte Waldbewirtschaftung: ExpertInnen-Vorträge mit regionalen Akteuren, wie beispielsweise der Waldverband. Auch eine Exkursion zum einem „Best Practice“-Wald sowie Workshops zum Thema „Wald & Wild“ werden neben Informationen zum Neophytenmonitoring umgesetzt.
  2. Bedeutung des Waldes: Mithilfe von Waldspaziergängen wird auf die Schutzfunktion des Waldes als Kohlenstoffdioxidspeicher hingewiesen. Experten laden zu „Waldschnupperkursen“ und ein Waldlehrpfad wird in Kooperation mit regionalen Akteuren umgesetzt.
  3. „Wald der nächsten Generation“: Neben dem Pflanzen von klimafitten Bäumen der Zukunft werden WaldpädagogInnen bei der Erkundung des Waldes helfen. In Kooperation mit „pro:Holz“ werden Workshops rund um die Themen Wald, Holz und Klima bearbeitet.
  4. „Klimafitte Frei- und Grünräume“: Laufende Informationsveranstaltungen dienen der breiten Bewusstseinsbildung zu „grünen“ und „blauen“ Maßnahmen. Zusätzlich werden der Staus Quo erhoben und Erweiterungskonzepte erstellt.
  5. „Hitze in der KLAR! Region“: Mit Informationsveranstaltungen wird auf das beste Verhalten und den Umgang mit Hitze hingewiesen. Im Zuge dessen wird auch ein regionales Hitzewarnsystem konzipiert. Insbesondere im Bereich Pflege wird großes Augenmerk auf den Schutz der vulnerablen Gruppen gelegt.
  6. „Nachhaltige Wassernutzung“: Betrachtet werden Möglichkeiten zur Substitution von Trinkwasser. Auch wird im Rahmen dieser Maßnahme auf den Wert sowie die Bedeutung von Trinkwasser hingewiesen und Trinkwasserspender werden installiert.
  7. „Landwirtschaft im Wandel“: Durch die Vernetzung und den Austausch mit verschiedenen Akteuren werden der Wissenstransfer als auch die Bewusstseinsbildung forciert. Auch eine gemeinsame Schaufläche wird gesucht und klimafitte Bewirtschaftung gezeigt.
  8. „Bienenparadies“: Alles dreht sich um die Wildbiene. Informationsveranstaltungen, Bienenhotels und ein Zeichenwettbewerb zeigen die hohe Priorität des wichtigsten Lebewesens der Welt.
  9. „Schutz vor Katastrophen und Naturgefahren – Prävention durch Information: Kritische Infrastruktur wird vor dem Hintergrund der Klimawandelanpassung mithilfe von ExpertInnen betrachtet. Sowohl Blackout als auch Naturgefahren spielen dabei eine große Rolle.
  10. „Übergeordnete Bewusstseinsbildung“:  Über die verschiedenen Kanäle, wie zum Beispiel die KLAR!-Website, das KLAR!-Blog  und die Facebook-Seite  werden, neben den Print-Medien Informationen zur Bewusstseinsbildung verbreitet und zur Verfügung gestellt.

(Stand September 2020)

Hügelige Waldlandschaft mit Nebel
Wald mit Häusern entlang eines Flusslaufs
Foto des KLAR! Managers