"Der Klimawandel bringt Risiken und Chancen mit sich. Konzentrieren wir uns auf unsere regionalen Chancen und Möglichkeiten gemeinsam die Zukunft unserer Kinder zu gestalten."
Oliver Felber, Bürgermeister Marktgemeinde Birkfeld

KLAR! Klimafittes Oberes Feistritztal

Die nordoststeirische Region oberes Feistritztal ist eine forst- und grünwirtschaftlich geprägte Bergregion mit hohem Potential an schützenswerten Landschaftsformen und Biodiversitäten. Mehr als die Hälfte der Tourismusregion ist bewaldet und bietet ausgedehnte Wander- und Radwege. Durch langjährige Kooperationen in zahlreichen Bereichen auf kommunaler, wirtschaftlicher, sozialer und Bildungsebene, wird eine regionale Zusammenarbeit gelebt. Die Region ist Teil der Leaderregion Kraftspendedörfer Joglland und seit 2015 Klima- und Energiemodellregion. Die Auswirkungen des Klimawandels sind in der subalpinen Region (zwischen 550 m bis knapp 1800 m Seehöhe) stark spürbar. Da große klimatische Veränderungen zu erwarten sind, möchte die Region umfassende Anpassungsmaßnahmen vornehmen.

Beteiligte Gemeinden
Birkfeld, Fischbach, Miesenbach bei Birkfeld, Ratten, Rettenegg, St. Kathrein am Hauenstein, Strallegg

335 km²

11874 Einwohnerinnen und Einwohner

Webseite der Modellregion

Ansprechperson
Richard Romirer-Maierhofer

Heutige Betroffenheit durch den Klimawandel

Vermehrte Starkregen führen zu einer Zunahme von lokalen Überflutungen, Hangrutschungen, Vermurungen und Bodenerosion und verursachen dadurch enorme Schäden und Kosten. Die Waldbestände sind durch geringere Schneemengen, die zur Verringerung natürlicher Wassersspeicher führen, durch Hitze und Trockenperioden, durch lokale orkanartige Stürme sowie die Verschiebung der Klimazonen gefährdet. Mehr Hitzetage und länger anhaltenden Trocken- bzw. Hitzeperioden führen zu Schäden und Ernteausfällen in der Landwirtschaft. Ebenso steigt dadurch die gesundheitliche Belastung der Menschen sowie der Kühlbedarf im Tourismus, in den Arbeitsstätten und im Wohnbereich.

Konkrete Ziele der Region und erwartete Ergebnisse

• Die Schaffung einer Anpassungsmodellregion mit Fokus auf den Tourismus und auf die Landwirtschaft • Die Wirtschaftsregion und die Kooperation mit anderen Regionen soll gestärkt werden • Kooperationen zwischen Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen im Bereich der Klimawandelanpassung sollen ausgebaut werden • Die Auswirkungen des Klimawandels sollen durch Gegenmaßnahmen verhindert oder abgemildert werden. In den Bereichen Tourismus, Landwirtschaft, Bauen und Wohnen, Wirtschaft und Infrastruktur soll hier angesetzt werden • Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung der Bevölkerung hinsichtlich einer Klimawandelanpassung vorantreiben • Neue Geschäftszweige durch den Klimawandel ausbauen • Das technische Know-how im Bereich der Prävention stärken • Bereits vorhandenen Strukturen und Netzwerke sollen hinsichtlich Klimawandelanpassung bestmöglich ausgeschöpft werden, um sinnvolle Ideen strukturiert auf den Weg zu bringen

Vision im Hinblick auf Klimawandelanpassung

Die ländliche Region blüht durch klimafittes und nachhaltiges Wirtschaften, nachhaltigen Tourismus, erneuerbare Energien und pflanzliche Wertstoff-gewinnung auf. Der Klimawandel hat neue Impulse für Tourismus, Land-/Forstwirtschaft sowie die allgemeine Wirtschaft gesetzt. Eine intakte Umwelt bietet die Basis für eine hohe Lebensqualität.

Maßnahmen in Umsetzung

  • Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung zum Thema Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Die Region verfügt über eine (noch) intakte Umwelt, Forstwirtschaft, Landwirtschaft und einen Tourismus in den Bergen (Ski, Langlauf, Wandern, Sommerfrische). Anpassungsmaßnahmen sollen die einzelnen Sektoren klimafit machen (z.B. durch alternative Wintertourismusangebote).
  • Erhöhung des Wasserrückhalts
  • Umsetzung von baulichen Maßnahmen an Gebäuden zum Schutz vor Extremwetterereignissen
  • Umsetzung von baulichen Maßnahmen sowohl im Neubau als auch in der Sanierung zur Sicherstellung des thermischen Komforts
  • Klimatologische Verbesserung der Siedlungsräume, insbesondere Berücksichtigung von mikro/mesoklimatischen Bedingungen bei der Raumplanung
  • Pilotprojekte „klimawandelangepasste Architektur“
  • Aus- und Weiterbildung zum Thema Anpassung an die Folgen des Klimawandels (z.B. klimafitte Forstwirtschaft)