"Wir werden in den nächsten Jahren breites Bewusstsein für die veränderten Klimaverhältnisse schaffen, um die richtigen Entscheidungen für die Zukunft treffen zu können. Nur so kann die Lebensqualität in der Kleinregion Pielachtal für zukünftige Generationen gesichert werden."
Obmann Bgm. Ing. Kurt Wittmann

KLAR! Pielachtal

Die Region liegt zwischen dem Zentralraum südlich von St. Pölten und der alpinen Region zur steirischen Grenze. Die Mariazellerbahn ist die e-mobile Verbindung der acht Gemeinden und wichtiger Verkehrsträger. Die Kulturlandschaft des Pielachtales ist von kleinstrukturierter Landwirtschaft geprägt. In Richtung Süden der Region nimmt der Waldanteil deutlich zu. Identitätsstiftendes Symbol für die gesamte Region ist die Dirndl. Der Dirndlstrauch ist seit mehr als tausend Jahren im Pielachtal beheimatet, wird zu verschiedenen Produkten veredelt und ist ein Symbol für dessen natürlichen Reichtum Um einen zukunftsfähigen Lebens- und Wirtschaftsraum sicher zu stellen, setzt sich die Kleinregion Pielachtal intensiv mit der Klimawandelanpassung auseinander.

Beteiligte Gemeinden
Ober-Grafendorf, Weinburg, Hofstetten-Grünau, Rabenstein an der Pielach, Kirchberg an der Pielach, Loich, Schwarzenbach an der Pielach, Frankenfels

297 km²

17306 Einwohnerinnen und Einwohner

Webseite der Modellregion

Ansprechperson
Edith Kendler

Heutige Betroffenheit durch den Klimawandel

Die Auswirkungen des Klimawandels sind unter anderem durch Starkregenereignisse, Hochwasser, ausgedehnte Trockenperioden und zunehmende Hitzetage (Dürre), Baumsterben, Bodenerosion sowie Ausbreitung invasiver Arten in der Region spürbar. Daher ist die Anpassung an den Klimawandel neben der Reduktion der Treibhausgasemissionen (Klimaschutz) die zweite Säule, die für die Gemeinden im Pielachtal immer mehr an Bedeutung gewinnt. Teilweise haben die Gemeinden bereits Maßnahmen, die durch Klimaveränderungen (Extremwetterereignisse) notwendig geworden sind, wie Hochwasserschutz, DrainGarden, Retentionsflächen entlang der Pielach, eingeleitet.

Konkrete Ziele der Region und erwartete Ergebnisse

Das KLAR-Programm gibt der Region die Möglichkeit, Bewusstsein zu schaffen und Wissen in die Region zu bringen. Das ist die Basis für Klimawandelanpassung im Pielachtal.

  • Überflutungen nach Starkregenereignissen können vermieden werden – Wasserrückhalt im Boden (kleinregionale Versickerung).
  • Hochwasser wird vermieden - in der Region sind ausreichend Retentionsflächen vorhanden.
  • Trinkwasserversorgung ist auch in ausgedehnten Trockenperioden sichergestellt.
  • Das Bewusstsein für die wertvolle Ressource Wasser und der sparsame Umgang damit sind gestärkt.
  • Die Land- und Forstwirtschaft setzt auf klimawandelangepasste Pflanzen und Sorten.
  • Raine und Schutzstreifen (Wind, Starkregen) gegen die Bodenerosion sind vorhanden.
  • Die Bevölkerung ist über die Tragweite des Klimawandels informiert und vorbereitet.

Vision im Hinblick auf Klimawandelanpassung

Die Chancen, die sich durch den Klimawandel ergeben können, sollen frühzeitig erkannt und bestmöglich genutzt werden. Und gleichzeitig sollen die negativen Auswirkungen und Schäden so gering wie möglich gehalten werden. Insgesamt soll die Lebensqualität trotz Klimawandel erhöht und ein nachhaltiger Lebensraum für Bevölkerung, Land- und Forstwirtschaft sowie Wirtschaftstreibende geschaffen werden. Wir wollen in der Region gemeinsam gestalten und einen zukunfts- und klimafitten Lebens- und Wirtschaftsraum sichern.

Maßnahmen in Umsetzung

Der Pielachfluss ist namensgebend für die Region. Daher werden sich viele Maßnahmen mit dem Wasserhaushalt im Einzugsgebiet und den Tallagen beschäftigen. Dies betrifft sowohl Starkregenereignisse und Hochwässer als auch die Trink- und Brauchwasserversorgung in Trockenperioden. Ein zweites Maßnahmenbündel wird sich der Vegetation und den Anpassungsnotwendigkeiten im pflanzlichen Bereich widmen. Dies betrifft sowohl die Land- als auch die Forstwirtschaft und die Wohnbevölkerung. Als dritter Bereich werden kommunale Fragestellungen zu bearbeiten sein – im Bereich Raumplanung, Siedlungswasserwirtschaft, Gebäudesituation, Gesundheit oder Katastrophenschutz.

Bewusstseinsbildung:

  • Zugfahrt durch das „klimafitte“ Pielachtal
  • Filmtage
  • intensive Medienarbeit zur Sensibilisierung und Wissensvermittlung
  • Kommunikation mit den handelnden Anpassungsakteuren und Multiplikatoren